Pierre Wauthier
Finanzchef der Zurich Gruppe tot aufgefunden

Einen Monat nach dem Tod des Swisscom-Chefs Schloter erschüttert erneut der Todesfall eines Managers die Schweiz. Pierre Wauthier, Finanzvorstand des Versicherungskonzerns Zurich, ist tot. Die Umstände werden untersucht.
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ZürichIn der Schweiz ist erneut ein Topmanager tot aufgefunden worden. Pierre Wauthier, Finanzvorstand des Versicherungsriesen Zurich Insurance Group, wurde nach Angaben des Unternehmens am Montagmorgen „leblos an seinem Wohnort“ in der Nähe von Zug aufgefunden. „Die genauen Umstände werden derzeit von der Polizei untersucht. Aus Rücksichtnahme gegenüber der Familie wurden keine weiteren Einzelheiten genannt“, teilte die Zurich mit.

Auf Nachfrage war zunächst nicht in Erfahrung zu bringen, ob es sich um einen Suizid handelt. Laut dem Sprecher der Zuger Strafverfolgungsbehörden „liegen zurzeit keine Hinweise auf eine Dritteinwirkung vor“. Die Polizei habe eine Obduktion angeordnet.

Wauthier war 53 Jahre alt und französischer und britischer Doppelbürger. Der studierte Finanzexperte bestach durch seine ruhige und sachliche Art. Er wirkte nie arrogant und antwortete auch abseits des Protokolls geduldig auf Fragen von Journalisten. Seine Karriere hatte er 1982 nach dem Studium in Paris bei der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG begonnen. Danach wechselte er für zwei Jahre ins französische Außenministerium; solche Karriere-Stationen in der Regierung sind in Frankreich üblich. 1994 ging er zu JP Morgan nach London und war dort für Versicherungsprodukte zuständig. Im Jahr 1996 wechselte er dann zur Zurich in die Schweiz, dessen Verwaltungsrat heute vom ehemaligen Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann geleitet wird. 2011 wurde Wauthier zum Finanzvorstand ernannt.

Bei der Zurich-Gruppe löste der plötzliche Tod des beliebten Wauthier einen Schock aus. „Verwaltungsrat, Konzernleitung und alle Mitarbeitenden sind zutiefst betroffen und sprechen seiner Familie und den Angehörigen ihr Mitgefühl aus“, sagte Vorstandschef Martin Senn. Controlling-Leiter Vibhu Sharma wird die Funktion des Finanzvorstands übergangsweise übernehmen.

Vor einem Monat hatte die Nachricht vom Tod des Swisscom-Chefs Carsten Schloter die ganze Schweiz geschockt. Dieser hatte sich in seiner Wohnung das Leben genommen. Mittlerweile ist laut Schweizer „Tages-Anzeiger“ ein Abschiedsbrief Schloters aufgetaucht. Darin habe diese ausschließlich private Gründe für seinen Schritt genannt.

Schloter hatte sich im Jahr 2009 von seiner Frau getrennt. Seitdem lebte er auch nicht mehr mit seinen drei Kindern zusammen. Offenbar hat Schloter diese Trennung nie ganz verwunden. Laut dem Magazin „Bilanz“ habe Schloter aber auch Pläne gehegt, die Swisscom zu verlassen, weil es offenbar zu Spannungen mit Verwaltungsrat-Präsident Hanueli Loosli gekommen war.

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  • Nein , aber von der Wahrheit die ans Licht kommt.

  • vielleicht hatten sie angst vor der 1:12-regel?

  • Kein Mensch ist vor großen Rückschlägen im Leben gefeiht. Geld kann an diesem Zustand nichts ändern.
    R.I.P

    Bei solchen Fällen wird immer wieder klar was das Wichtigste im Leben ist: Die Gesundheit, sowohl physich als auch psychisch. Zweites kann schlimmer sein als ersteres und wird auch oft später bemerkt.

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