Pirvate-Equity-Fonds
Fordernde Beziehung

Finanzinvestoren verändern den Steuerungs- und Management-Stil in den Unternehmen nachhaltig. Vorstandschefs müssen sich darauf einstellen, dass die Gesellschafter bei wichtigen Entscheidungen und beim Controlling künftig mehr mitreden.

Private-Equity-Fonds ordnen nicht nur die Eigentümerstruktur in vielen Unternehmen neu. Der Vormarsch der Finanzinvestoren verändert auch den Management- und Steuerungs-Stil in ganzen Branchen – und selbst in den Unternehmen, die gar nicht in Private-Equity(PE)-Hand sind. Zu beobachten ist dies in der Chemiebranche, deren Wandel die Personalberatung Spencer Stuart in einer aktuellen Untersuchung intensiv analysiert hat.

Drei Elemente prägen aus Sicht von Spencer Stuart das neue Führungsmodell: Konzernvorstände müssen sich wesentlich intensiver um das operative Tagesgeschäft kümmern. Cash-Flow und Verschuldungsgrad sind die mit Abstand wichtigsten Steuerungsgrößen. Und Neuinvestitionen müssen wesentlich höhere Renditen und eine schnellere Amortisation gewährleisten als in der Vergangenheit. „Die Steuerung ist deutlich auf finanzielle Optimierung getrimmt, was den meist hohen Verschuldungsgraden der Firmen Rechnung trägt“, erläutert Ann-Kristin Achleitner, Professorin an der TU München. Intensives Controlling ist ein großes Thema in Firmen, die sich in PE-Hand befinden.

In der weltweit stark fragmentierten Chemiebranche zeigt sich das besonders deutlich. Denn Finanzinvestoren haben dort in den vergangenen Jahren stark am Fusions- und Übernahmegeschehen mitgewirkt, sie waren und sind an etlichen der größten Transaktionen beteiligt. Mit den Basis-Chemiekonzernen Ineos und der neu formierten Lyondell-Basell sind inzwischen zwei der fünf größten Chemiefirmen in der Hand privater Investoren.

Die Chemiebranche ist für die Investoren nicht nur wegen des geringen Konzentrationsgrades interessant. Auch die traditionell hohe Kapitalintensität lockt: Sie bietet den Investoren relativ großen Spielraum, mehr Ertrag aus den Unternehmen zu holen. „Chemiefirmen neigten in der Vergangenheit zu überhöhten Investitionen. Diese Tatsache machen sich Private-Equity-Investoren zunutze und genehmigen weitere Investitionen nur bei kurzfristigem Return“, beobachtet Wolfgang Zillessen, Chemieexperte von Spencer Stuart.

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