Pläne
Kofler will mit seiner Energiefirma an die Börse

Was macht eigentlich Georg Kofler? Es war still geworden um den ehemaligen Chef des Bezahlsenders Premiere. Der schillernde Manager hat ein Energieunternehmen gegründet, doweit klar. Heute hat Kofler seine Pläne präzisiert. Sogar ein Börsengang ist geplant.
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MÜNCHEN. Da ist er wieder, braun gebrannt und gut gelaunt. Und es sprudelt aus ihm heraus wie in alten Tagen. „Ich habe keine neue Raketentechnik im Angebot“, ruft Georg Kofler, „aber die Finanziers stehen Schlange“. Viel Zukunft habe sein Geschäft, 15 bis 20 Mrd. Euro sei der Markt schwer, auf dem er sich nun tummele. Und schon im nächsten Jahr wolle man „finanzmarktfähig kommunizieren“. Es folgt das ehrliche Bekenntnis: „Ein Börsengang würde schon Spaß machen.“

Kofler Energies heißt die Firma des ehemaligen TV-Unternehmers, der vor zwei Jahren sämtliche Anteile von Premiere abstieß, um sich neuen Abenteuern zuzuwenden. Viel verstehe er nicht von den technischen Details seiner Firma, gesteht der 52-jährige Jurist freimütig – aber vom Geschäftspotenzial. „Es geht darum, Energieeffizienz zur Marke zu machen – wie Schokoladenriegel oder Waschmaschinen.“ Dieses Jahr wolle man 80 Mio. Euro umsetzen, im kommenden Jahr 150 Mio. Euro. Mit „soliden Gewinnen“. Das handverlesene Publikum applaudiert.

Der Südtiroler Bauernsohn war schon immer ein Menschenfänger. Kofler leitete das Büro des Medienmoguls Leo Kirch und beglückte Fernsehdeutschland mit dem TV-Kramladen H.O.T.. Aus den Trümmern des Kirch-Imperiums rettete er das Bezahlfernsehen und machte mit dem Premiere-Börsengang gutes Geld. Als seine Premiere-Aktien 2007 noch einen guten Preis erzielten, stieg er aus und soll noch einmal 180 Mio. Euro für seine Anteile kassiert haben. Andere Investoren behielten ihre Aktien und hatten weniger Glück. Die neuen Besitzer von Premiere vermissten über Nacht eine Million Abonnenten. Seitdem ermittelt die Finanzaufsicht und die Staatsanwaltschaft München gegen Georg Kofler. Bislang ohne Ergebnis.

Sein Geld ließ er nicht lange auf der Bank liegen. 2008 kauft er den Ingenieurdienstleister NEK, im Frühjahr dieses Jahres kommen 71,5 Prozent der Ruhr Energie aus Bochum dazu. 180 Ingenieure zählt sein Konglomerat mittlerweile. Der Flughafen Frankfurt, BMW, die Caritas oder Burger King sind Referenzkunden.

Das Geschäftsprinzip ist simpel, aber einleuchtend. Büros, Krankenhäuser oder Hotels verbrauchen zu viel Energie, doziert der bekennende Nichtingenieur und wibbelt am Rednerpult. Das sei den Betreibern meist nicht bewusst oder egal. Als ersten Schritt installiert Kofler Energies seinen Kunden daher einen kombinierten Strom- und Wärmezähler. Die „K-Box“ verfügt über eine Fülle von Sensoren und Rechenprogrammen, die den Energiestatus der Systeme erfasst. Kofler Energies handelt dann neue Lieferverträge mit den Energiekonzernen aus. War der Kunde vorher ein Schaf, macht Kofler ihn zum Wolf.

In einem zweiten Schritt kommen dann Koflers Ingenieure ins Spiel und legen den Masterplan für die Energiesanierung auf den Tisch. Willigt der Kunde ein, übernimmt Kofler Energies Planung, Finanzierung und Sanierung des Objekts. Die eingesparten Energiekosten teilen sich Kofler und Kunde im Energiespar-Abo. 1 000 „K-Boxen“ will Kofler im kommenden Jahr verkaufen.

Keine mutige Prognose, meint Georg Kofler. Immerhin sei der Energiesparmarkt „stabiler als der Fernsehmarkt“.

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