Porsche-Aufsichtsrat
Keine Entlastung für Wiedeking

Der frühere Porsche-Chef Wendelin Wiedeking soll nicht entlastet werden. Dafür hat sich der Aufsichtsrat des Sportwagen-Bauers entschieden. Bis zum Abschluss der Ermittlungen kann sich Wiedeking keine Hoffnungen machen. Und er ist nicht der einzige, der betroffen ist.
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HB STUTTGART. Der frühere Porsche-Chef Wendelin Wiedeking und der ehemalige Finanzvorstand Holger Härter sollen wegen des laufenden Ermittlungsverfahrens auf der Hauptversammlung zunächst nicht entlastet werden. Dies teilte die Porsche-Holding am Dienstag nach einer Aufsichtsratssitzung in Stuttgart mit.

Die Stuttgarter Staatsanwaltschaft geht dem Vorwurf nach, beide früheren Manager hätten bei der geplanten Übernahme von Volkswagen den Aktienkurs von Europas größten Autobauer manipuliert. Im Zuge der Ermittlungen waren Büroräume und die Privathäuser des früheren Porsche-Chefs Wiedeking und des ehemaligen Finanzvorstands Härter durchsucht worden. Man habe den Sachverhalt geprüft und Gutachten eingeholt, teilte das Unternehmen mit. "Die Prüfung und die Gutachten kommen zu dem Ergebnis, dass keine Rechtsverstöße vorliegen."

Vorstand und Aufsichtsrat seien trotzdem der Auffassung, dass die Beschlussfassung über die Entlastung der beiden ehemaligen Vorstandsmitglieder nicht erfolgen sollte, bevor die Ermittlungsverfahren abgeschlossen seien. Deshalb schlagen beide Gremien der Hauptversammlung am 29. Januar 2010 vor, die Beschlussfassung über die Entlastung für das Geschäftsjahr 2008/09 zu vertagen.

Die beiden Manager mussten ihren Posten nach dem gescheiterten Übernahmeversuch räumen. Wiedeking und Härter mussten am Morgen des 23. Juli, nach einer nächtlichen Aufsichtsratssitzung, ihre Hut nehmen. Wiedeking wurde durch den Porsche-Produktionschef Michael Macht ersetzt.

Nun ist Volkswagen bei dem Sportwagenbauer eingestiegen. VW beteiligte sich in einem ersten Schritt mit 49,9 Prozent an der Porsche AG. Der Kaufpreis betrug demnach 3,9 Milliarden Euro. 2011 sollen die beiden Konzerne ganz verschmolzen werden.

Wegen der nun eingeleiteten umgekehrten Übernahme von Porsche durch VW will der Sportwagenbauer sein Geschäftsjahr künftig ans Kalenderjahr anpassen. Dies soll den Aktionären Ende Januar vorgeschlagen werden. Bislang geht das Geschäftsjahr der Sportwagenschmiede vom 1. August bis Ende Juli des Folgejahres. Die Umstellung auf das Kalenderjahr soll von 2011 an greifen. Im gleichen Jahr sollen die beiden Unternehmen miteinander verschmolzen werden. Porsche wird dann zur zehnten Marke des VW-Konzerns.

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  • Guten Tag,.......Es sind noch keine 2 Jahre her da wurde ich fast gesteinigt weil ich mich ueber Pressemeinungen aufregte; die da lauteten...." Was verdient Wendelin.... 10 Millionen 50 Millionen... 100 Millionen. Wendelin und die Trottel die so etwas schreiben verdienen einen saftigen Tritt in den Hintern. Noch gestern bin ich einen Targa gefahren. Ob Wendelin oder Wumm es gab sie schon vor seiner Zeit und wird sie auch danach geben. Nur wage ich zu bezweifeln dass das Monster Cayenne zu irgend etwas taugen soll. besten Dank

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