Porträt einer Milliardärin
Susanne Klatten: Tochter der Quandts

Öffentlich ist fast kein Wort von der reichsten Frau Deutschlands zu hören. Aber hinter den Kulissen zieht Susanne Klatten an den entscheidenden Fäden. Als Spross der Quandt-Dynastie hält sie nämlich große Aktienpakete an BMW und Altana.

WESEL. In Hauptversammlungen ergreift sie nie das Wort, sie gilt als öffentlichkeitsscheu und als reichste Frau Deutschlands: Mit gerade 20 Jahren erbte Susanne Klatten nach dem Tod ihres Vaters Herbert Quandt 1982 große Aktienpakete an den damaligen Dax-Unternehmen BMW und Altana.

Miterben waren ihre Mutter Johanna und ihr Bruder Stefan, mit denen sie bis heute gemeinsam 46,6 Prozent an BMW besitzt. Die gelernte Betriebswirtin ist seit 1990 mit dem Ingenieur Jan Klatten verheiratet und hat drei Kinder. In den vergangenen Tagen geriet Klatten gleich zweimal in die Schlagzeilen: Zuerst als Opfer eines Kriminellen, der mit intimen Fotos und Videos Millionen von ihr erpresst haben soll.

Und nun mit ihrem geplanten Zukauf beim Weseler Spezialchemieunternehmen Altana, an dem sie über die SKion GmbH bereits 50,1 Prozent hält. Neben Altana und BMW ist sie ebenfalls über SKion mit 20 Prozent am Windanlagenbauer Nordex beteiligt.

Für Klatten hat Tradition einen hohen Stellenwert. Die weit verzweigte Unternehmerfamilie Quandt ist vor allem dafür bekannt, an Beteiligungen lange festzuhalten und sie nicht schnell wieder zu Geld zu machen. Beruflich konzentriert sich die Milliardärin auf ihre Aufsichtsratsmandate. 1993 wurde sie in das Kontrollgremium von Altana berufen, wo sie 1996 zur Vize-Vorsitzenden wurde.

Ein Jahr später zog sie auch in den Aufsichtsrat von BMW ein. "Ich sitze jeden Tag mehrere Stunden am Schreibtisch", sagte Klatten 2002 zu der Frage, ob die Tätigkeit in den Aufsichtsräten ein Vollzeitjob sei.

Susanne Klatten, am 28. April 1962 in Bad Homburg geboren, machte nach dem Abitur von 1981 bis 1983 eine Ausbildung zur Werbekauffrau. Anschließend studierte sie Betriebswirtschaft. Erste Berufserfahrungen sammelte sie als Assistentin der Geschäftsführung bei Burda in München. Ihren Ehemann Jan Klatten hatte sie bei einem Praktikum im BMW-Werk Regensburg unter dem falschen Namen Susanne Kant in der Kantine kennengelernt. Als Hobbys gibt die Münchnerin mit der burschikosen blonden Kurzhaarfrisur Skifahren und Wandern an - was bei der Nähe zu den Alpen kaum verwundert.

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