Preis der Schwedischen Reichsbank
Wirtschafts-Nobelpreis für Kydland und Prescott

Für ihre neuen Theorien zu Wirtschaftskreisläufen erhalten in diesem Jahr der Norweger Finn E. Kydland und der US-Amerikaner Edward C. Prescott den Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften.

HB STOCKHOLM. Den von der „Schwedischen Reichsbank gestiftete Preis für Ökonomische Wissenschaften in Erinnerung an Alfred Nobel“ erhalten in diesem Jahr der Norweger Finn E. Kydland und der US-Amerikaner Edward C. Prescott. Die Königlich-Schwedischen Akademie der Wissenschaften zeichnet damit ihre „Beiträge zur dynamischen Makroökonomie ausgezeichnet“ aus.

In ihrer Arbeit zum Problem der Zeitinkonsistenz aus dem Jahr 1977 stellen Kydland und Prescott die Frage, ob Wirtschaftspolitik auf Grundlage von Regeln erfolgen sollte oder ob ihr Entscheidungsspielräume gegeben werden sollten. Die Fragestellung lässt sich sowohl auf Geldpolitik wie auch beispielsweise auf Steuerpolitik anwenden. Kydland und Prescott haben in ihrer Arbeit grundsätzlich gezeigt, dass ohne bindende Regeln für die politischen Handlungsakteure immer ein Anreiz besteht, von einer anfangs gewählten Politikstrategie abzuweichen, wenn sich hieraus kurzfristige Vorteile ergeben können.

Längerfristig wird sich ein solches Verhalten jedoch negativ niederschlagen, so z.B. in dauerhaft hohen Inflationsraten, ohne dass hierdurch positive Wachstums- oder Beschäftigungseffekte erzielt werden. Auf Basis der Arbeiten von Kydland und Prescott haben Anfang der achtziger Jahre Robert Barro und David Gordon und später Kenneth Rogoff gezeigt, dass das Ziel niedrige Inflation am besten von einer unabhängigen Notenbank verwirklicht werden kann. Die hierfür notwendige Glaubwürdigkeit kann dabei z.B. mit Regelbindungen in Form eines Inflationsziels erreicht werden.

Zudem wurden der Norweger und der US-Amerikaner für ihre Arbeiten zur Integration von Wachstums- und Konjunkturtheorie ausgezeichnet. Dabei haben sie vor allem die weit reichenden Konsequenzen untersucht, die makroökonomische Angebotsschocks - so der Ölpreisschock in den siebziger Jahren - haben können. Die hier von Kydland und Prescott entwickelten Modelle stellen heute einen wesentlichen Bestandteil der modernen makroökonomischen Forschung dar.

Der 60 Jahre alte Kydland lehrt an der Carnegie-Mellon-Universität in Pittsburgh im US-Staat Pennsylvania. Der 63-jährige Prescott forscht an der Universität von Arizona in Tempe und ist Mitglied im Rat der Notenbank im US-Staat Minnesota.

Der Ehrenpreis für Wirtschaftswissenschaften gehört nicht zu den klassischen Nobelpreisen. Er wurde von der Schwedischen Reichsbank gestiftet und erstmals 1969 vergeben. Er ist auch wegen der starken Dominanz von Auszeichnungen in die USA stark umstritten. Der Nobelpreis ist mit zehn Millionen Kronen (1,1 Millionen Euro) dotiert. Die Preisträger werden von der Königlich-Schwedischen Akademie der Wissenschaften bestimmt.

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