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Leo Apothekers letzte Schlacht

Wenn die Aktie bei Gerüchten über den möglichen Rausschmiss des Unternehmenschefs zehn Prozent in die Höhe springt, ist das kein gutes Zeichen. Es spricht für einen streitbaren Chef, und das war Leo Apotheker.
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San Francisco/DüsseldorfWer einen ganzen Konzern von Grund auf umbauen muss, der macht sich nicht nur Freunde. Das gilt auch für Leo Apotheker. Im November 2010 war der Ex-SAP-Chef angetreten, um HP komplett umzukrempeln. Als am Mittwoch erste Gerüchte um seine Ablösung bekannt wurden, sprang der Aktienkurs innerhalb weniger Minuten um rund zehn Prozent in die Höhe. Doch wer ein Unternehmen dieser Größe grundlegend umbauen will, der muss unpopuläre Entscheidungen treffen.

HP ist bei vielen Privatkunden vor allem für seine PCs und Drucker bekannt. Durch Akquisitionen im Hardwaresektor hatte sein Vorgänger Mark Hurd diese Bereiche noch ausgebaut und HP zwischenzeitlich zum weltgrößten IT-Konzern gemacht. Doch gerade diese beiden Sparten werfen nur geringe Margen ab, zu groß ist der Preiskampf auf dem Markt. Eine Radikalkur musste her, Apotheker lieferte sie.

Im August 2011 traf Apotheker dann eine unpopuläre Entscheidung, der Aktienkurs brach um 20 Prozent ein. HP wird sein PC-Geschäft abspalten. Es würden alle Optionen für den Geschäftsbereich inklusive einer kompletten oder teilweisen Abspaltung geprüft, so das Unternehmen. Apotheker reagierte mit dem Totalumbau auch auf den Druck zahlreicher Großinvestoren, die seit längerem die Abspaltung des margenschwachen Computergeschäfts forderten und quasi eine Aufteilung in ein Business-orientiertes HP und eine eigenständige Consumer-Sparte.

Zudem beendete HP den Wiedereinstieg in das Smartphone-Geschäft nach nur 16 Monaten, webOS wurde eingestellt. Das bedeutete auch das Aus für das erst im Februar vorgestellte HP Touchpad, das dem iPad Konkurrenz machen sollte. Der kurze Ausflug in die Welt der mobilen Endgeräte kostete HP 1,3 Milliarden Dollar. Dabei hatte Apotheker mit webOS Großes vor: Das HP-eigene Smartphone-Betriebssystem, das in direkter Konkurrenz zu Apples iOS, Googles Android oder Microsofts Windows Phone 7 steht, sollte das verbindende Element werden. WebOS sollte auf PCs und Druckern von HP Einzug halten, das Ziel war eine möglichst schnelle Durchdringung des Marktes. Rund 100 Millionen webOS-Geräte pro Jahr wollte Apotheker in den Markt drücken.

Doch nur mit Abspaltungen und dem Einstellen von Projekten ist es nicht getan, ein neues Geschäftsfeld muss her. Der heißt IT-Betreuung von Unternehmen. HP gab ebenfalls im August bekannt, das britische Software-Unternehmen Autonomy für zehn Milliarden Dollar übernehmen zu wollen. Beide Unternehmen bestätigten die Gespräche. Autonomy ist spezialisiert auf Suchmaschinentechnik für Unternehmen und passt damit zumindest theoretisch hervorragend in das neu geschmiedete Kerngeschäft von HP, das sich ganz auf den Unternehmensbereich konzentriert.

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Kommentare zu " Profil: Leo Apothekers letzte Schlacht"

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  • Apotheker hatte bei SAP "großartiges" geleistet, welches Genie ist auf den Gedanken gekommen, er könne es bei HP besser machen? Nur weil jemand "unbequem" ist, heißt das nicht, daß er Sachen auch richtig macht. HPs Kerngeschäft sind Business Server, nicht IT-Beratung.

  • Compaq (Fiorinas groesster Fehler) schlaegt zurueck!!

    Als Carly Fiorina an HP's Spitze war, wollte sie HP zur Nr.1 IT Unternehmen weltweit machen. Sie wollte PWC kaufen, ist aber die Sache so mies angegangen, dass der Deal geplatzt ist. So ist nur der Wille geblieben auf Teufel komm raus riesen gross zu werden. Und eines Tages, voellig unerwartet wurde der High Tech Metallverarbeiter Compaq aufgekauft. Und mit Compaq im Preis inbegriffen eine miese Unternehmenskultur, gepraegt von meist unterhalb der Guertellinie stattfindenden Machtkaempfen. Das raecht sich nun... Den PC Bereich (also Compaq) abzuspalten, war eine Bedrohung und... siehe da, weg ist er!!! Dabei hat er genau das richtige angepeilt. Software und Dienstleistungen.

    HP moege Die Macht mit Dir sein!!

    Denn es sieht schlecht aus...

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