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Morgentau für New Yorks Schöne

Wie Jan Mihm mit einer Erfindung die internationale Kosmetikbranche aufmischt.

HAMBURG. Dieser Mann kommt den Frauen nahe, hautnah sogar. Er verkauft ein Sprühgerät, das Make-up aufs Gesicht pustet. Und weil der kleine Apparat so ungefähr das Hippste ist, was zurzeit auf dem Kosmetikmarkt feilgeboten wird, reißen sich die Schönen und Reichen um Jan Mihms Erfindung: Die Supermodels Naomi Campbell und Eva Herzigova gehörten zu den ersten Kundinnen, auch Oscar-Preisträgerin Chloe Sevigny, Popstar Britney Spears oder die vier Soap-Stars von „Sex and the City“.

Jan Mihm ist ein 35-jähriger Deutscher, der mit Frau und zwei Kindern in New York lebt. Seit seinem Studium an der Hochschule der Künste in Berlin vor zehn Jahren und einigen Praktika bei Werbeagenturen hat er eigentlich nichts Rechtes gemacht. Mal hier und da gejobbt, Sprachen gelernt und dann ein Leben in New York begonnen. Und doch ist er inzwischen ein anerkannter Unternehmer.

Freunde nennen ihn „einen Draufgänger“. Einen, „der auch mal nervt mit seinen abgefahrenen Ideen“. Der aber immer seine gute Laune behält. Vor zwei Jahren hat er zusammen mit seiner Frau Feride Uslu, einer deutsch-türkischen Visagistin, die Kosmetikfirma Uslu Airlines gegründet.

Wie die großen Wettbewerber verkaufte Uslu Airlines zunächst Lidschatten, Lippenstifte, Rouge und Make-up. Darüber hinaus aber hat Mihm nun ein Walkman-großes Gerät im Angebot, dass die Estée Lauders, Shiseidos oder L'Oreals dieser Welt ebenfalls gerne verkaufen würden. Weil es endlich mal eine echte Innovation ist: ein Sprühgerät, das flüssiges Make-up wie Morgentau auf dem Gesicht verteilt. Das Ergebnis, so bestätigen Fachleute, kommt dem nahe, was sie einen makellosen, natürlichen Teint nennen. Und deshalb sind viele Verbraucherinnen bereit, 500 Dollar dafür auszugeben; Farben exklusive.

Mihm hat das Gerät zunächst entwickelt, berichtet er, weil er seiner Frau die Arbeit erleichtern wollte. Als professionelle Schminkerin von Stars und Models arbeitet sie schon seit langem mit der Sprühtechnik. Allerdings war bislang nur eine Maschine verfügbar, die eigentlich viel zu groß, zu schwer und zu laut für seine zierliche Frau war, erzählt Mihm. Er schaute sich deshalb bei einem Autolackierer um und experimentierte zuletzt mit den Spritzpistolen für die Tortendekoration eines Bäckerei-Großhandels.



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