Psychologe mit Sinn für Bilanzzahlen
Porträt: O2-Chef Peter Erskine

Management hat für Peter Erskine schon immer sehr viel mit Psychologie zu tun gehabt. Dabei blieb der Londoner Marketingspezialist mit dem charakteristischen Schnauzbart auch, als er 2000 die Geschäftsführung der British-Telecom-Mobilfunktochter mmO2 übernahm und sie im November 2001 an die Börse brachte.

HB LONDON. Von den Verbraucherforschern verlangte er klare Auskünfte über das, was vor allem junge Leute künftig von ihren Handys erwarten und welche technologischen Entwicklungen diesen Wünschen am besten entgegen kommen. Der Trend war rasch klar: Mobile E-Mail, Spiele in Hochgeschwindigkeit, Sportergebnisse, News und Videos.

Konsequent investierte er in die leistungsfähigsten Datenübermittlungswege, die sich finden ließen, vereinfachte den Namen des Handy-Unternehmens zum leichter erkennbaren Sauerstoff- Symbol O2 und schärfte seinen Mitarbeitern ein: „Unser Fokus ist ganz einfach. Wir wollen den Kunden, der den Mobil-Service möglichst intensiv nutzen will.“

Klar, dass dies neben Geschäftsleuten vor allem junge Menschen waren. Für sie entwickelte der studierte Psychologe, der im ärmlichen East London groß wurde, seine O2-Vision: „Leben bereichern, was immer die Leute tun und wo immer sie sich befinden.“

In konkreten Zahlen las sich der Erfolg seiner Strategie im Mai dieses Jahres so: O2 verbuchte eine Steigerung des Gewinns vor Steuern im Vergleich zum Vorjahr um nahezu 30 Prozent auf 1,77 Milliarden britische Pfund. Allein in Deutschland gewann der Konzern gut zwei Millionen Kunden. Davon mehr als eine halbe Million in den ersten drei Monaten des Jahres.

In Branchenkreisen gilt Erskine, zu dessen Jobstationen so unterschiedliche Unternehmen wie Mars, Colgate-Palmolive und die British Telecom gehören, als unkonventionell und zugleich furchtlos, was neue Technologien betrifft. Im Umgang damit gibt er den Kundenwünsche klar Priorität vor den rein technischen Möglichkeiten.

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