Quartalszahlen verfehlen leicht die Erwartungen
Théodore bleibt Chef der Börse Euronext

In stürmischer See wechselt man besser nicht den Kapitän. An dieses Motto scheint sich der Aufsichtsrat des Börsenbetreibers Euronext zu halten. Daher hat das Gremium das Mandat von Euronext-Chef Jean-François Théodore bis zum Frühjahr 2007 verlängert und schlägt damit frühere Absprachen in den Wind.

ali PARIS. Denn beim Zusammenschluss der Börsen Paris, Amsterdam und Brüssel zu Euronext im Jahr 2000 war vereinbart worden, dass Théodore nach vier Jahren sein Amt aufgibt. Gleichzeitig legte der Börsenbetreiber seine Quartalszahlen vor; der Gewinn vor Zinsen und Steuern und Goodwill-Abschreibungen (Ebita) von 62,5 Mill. Euro im dritten Quartal (Vj: 76,9 Mill. Euro) verfehlte leicht den Analysten-Konsens von 65,7 Mill. Euro.

„Der Aufsichtsrat ist der Überzeugung, dass diese Entscheidungen im besten Interesse des Unternehmens und der Aktionäre sind“, teilte Euronext mit. Ein Grund für das Festhalten am Franzosen Théodore sei der Wunsch nach Kontinuität gewesen, hieß es. Théodore sollte ursprünglich Platz machen für George Möller, Chief Operating Officer von Euronext und früherer Chef der Amsterdamer Börse. Doch bereits im Vorfeld der Aufsichtsratssitzung von Euronext am Montag hieß es in Finanzkreisen, dass Möller keine ausreichende Unterstützung im Aufsichtsrat habe. Er wird Euronext Ende März verlassen. Sein Posten soll erneut mit einem niederländischen Manager besetzt werden. Wer das sein wird, steht noch nicht fest.

Analysten und Börse ließ die Personalie unbeeindruckt, die Aktie legte leicht zu. Händler äußerten Verständnis für das Festhalten an Théodore, denn Euronext habe derzeit mit dem sich verschärfenden Wettbewerb mit der Deutschen Börse und der London Stock Exchange genug zu tun.

Im dritten Quartal sank der Umsatz bei Euronext um 3,3 Prozent auf 245,5 Mill. Euro. Der Nettogewinn legte von 18,8 auf 33,8 Mill. Euro deutlich zu; hier wirkte sich vor allem ein verbessertes Finanzergebnis aus. Die Integration der Börsenplätze kostet aber weiterhin viel Geld, die IT-Kosten stiegen um 15,3 Prozent auf 50,4 Mill. Euro im dritten Quartal. Euronext gelobte Besserung und kündigte für 2003 zusätzliche IT-Einsparungen von 25 Mill. Euro an, der Sparkurs beim Personal soll fortgesetzt werden. Darüber hinaus will Euronext seine Preise senken; damit will die Börse mehr Handel anziehen, der angestrebte Volumengewinn soll den Effekt der Preissenkung auf den Gewinn ausgleichen. Für dieses Jahr bestätigte Euronext die Umsatzprognose von 1,01 Mrd. Euro.

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