„Recruiting Trends 2008“
Goldfische im Netz ködern

Personaler angeln sich Talente nicht mehr aus dem Goldfischbecken. Nein, ihre Goldfische fangen sie am besten im Netz. Denn dort, im Internet, tummeln sich heutzutage die begehrten Leistungsträger von morgen auf der Suche nach ihrem Traumjob. Neun von zehn offenen Stellen werden heute bereits auf den Firmen-Websites veröffentlicht.

DÜSSELDORF. "Schon 60 bis 70 Prozent aller Bewerbungen in Deutschland laufen heute über das Internet", sagt Wolfgang Brickwedde, Vorsitzender des Arbeitskreises Personalmarketing (DAPM), in dem sich Personalexperten von mehr als 40 großen Unternehmen austauschen.

"Die firmeneigene Karriere-Website ist zum wichtigsten Rekrutierungskanal für die Topkonzerne geworden - noch vor den Online-Jobbörsen", beobachtet Wolfgang Jäger, Professor für Personal- und Medienmanagement an der FH Wiesbaden. So auch bei Volkswagen: "Etwa 80 Prozent aller Bewerbungen kommen über unser Online-Portal herein", berichtet Hans Möller-Beick, -Jürgen Leiter Bewerbermanagement des Autobauers. Unternehmen wie Lufthansa gehen noch einen Schritt weiter: Sie akzeptieren praktisch nur noch Online-Bewerbungen über ihr Jobportal - Top-Positionen im Management ausgenommen.

Fakt ist: Neun von zehn offenen Stellen stehen heute auf den Firmen-Websites, sechs von zehn Vakanzen auf Online-Jobbörsen. Wer dagegen in Printmedien sucht, findet dort noch nicht einmal jede dritte ausgeschriebene Stelle. Dies ergab die Untersuchung "Recruiting Trends 2008" des Stellenportals Monster zusammen mit den Universitäten Frankfurt und Bamberg.

Die Wende von Papier zu Digital ging rasant vonstatten. "Vor einigen Jahren noch glaubte mir keiner, dass Karriere-Portale der Firmen einmal so wichtig werden", erinnert sich Brickwedde, heute Direktor für Rekrutierung im Softwarehaus SAP.

"Die Unternehmen investieren heute viel in ihre Karriere-Websites", weiß Brickwedde. Schließlich werden die Talente immer rarer - der demografische Wandel wirft seine Schatten voraus. Wie ihre Aktien auf dem umkämpften Talentmarkt stehen, können die Firmen an der Besucherzahl ihrer Website ablesen. VW etwa verzeichnet in jedem Monat Bewerberklicks in einstelliger Millionenhöhe. Sinken die Klickraten, gehen in den Personalabteilungen der Konzerne die Warnleuchten an. Denn welcher Arbeitgeber am attraktivsten ist - dieser Schönheitswettbewerb wird heute zum Großteil auf den Karriere-Seiten im Internet entschieden.

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