Renovierungskosten
Mutter zahlt – Sohn setzt ab

Der Streit zwischen Bundesfinanzministerium und Bundesfinanzhof (BFH) um die Absetzbarkeit von Renovierungskosten geht in die nächste Runde. Die obersten Finanzrichter entschieden jetzt, dass ein Wohnungsbesitzer die Ausgaben auch dann von seinen Mieteinnahmen abziehen darf, wenn seine Eltern die Handwerker-Rechnungen bezahlt haben (IX R 45/07).

Im Urteilsfall hatte ein Paar dem Filius 1995 eine vermietete Wohnung geschenkt, um den Papierkram kümmerte sich jedoch weiter die Mutter. Nachdem 2002 die langjährige Mieterin gestorben war, beauftragte sie deshalb in Absprache mit dem Sohn auch Handwerker mit der Renovierung und bezahlte deren Rechnungen. Als der Sohnemann die Ausgaben steuerlich geltend machen wollte, weigerte sich das Finanzamt. Zu Unrecht, wie der BFH klarstellte. Ob die Mutter dem Sohn das Geld gebe oder ob sie die Handwerker direkt bezahle, sei egal. Es handle sich um einen "abgekürzten Zahlungsweg", und deshalb seien die Ausgaben sehr wohl absetzbar.

Damit hielt der BFH an seinem positiven Urteil aus dem Jahr 2005 fest (IX R 25/03). Das Finanzministerium hatte damals schnell reagiert und Finanzbeamte per Nichtanwendungserlass angewiesen, dass Urteil nicht "über den entschiedenen Einzelfall hinaus" anzuwenden (IV C 3-S 2211-21/06). Mal sehen, ob die Ministerialbeamten jetzt nachgeben oder wieder einen Erlass schreiben.

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