Rücktritt
Tui-Chefaufseher Krumnow gibt Posten ab

Ein paar Wochen war es rund um die Tui etwas leiser geworden. Nun folgt ein neuer Paukenschlag: Der Tui-Aufsichtsratschef Jürgen Krumnow gibt seinen Posten ab. Zudem besorgt sich Tui frisches Geld. Der Aktienkurs schmiert ab.
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HAMBURG. Der Aufsichtsrat der Tui AG stemmt sich auch nach dem Wechsel an seiner Spitze gegen den Einzug von Großaktionär John Fredriksen in das Kontrollgremium. Die Räte lehnen den Reeder weiter ab, erfuhr das Handelsblatt aus Unternehmenskreisen. „Er ist einfach kein zuverlässiger Partner“, hieß es.

Der norwegische Investor hält mehr als 15 Prozent der Tui-Aktien und hat in der Vergangenheit mehrfach vergeblich versucht, in den Aufsichtsrat einzuziehen. Zweimal fiel er bei Abstimmungen auf Tui- Hauptversammlungen durch.

Jetzt eröffnet sich für ihn eine neue Chance: Im Aufsichtsrat des Touristikkonzerns wird Ende des Jahres überraschend ein Posten frei. Dann scheidet der gestern aus persönlichen Gründen als Tui-Chefaufseher abgetretene ehemalige Banker Jürgen Krumnow ganz aus dem Gremium aus. Der für die Nachfolge zuständige Nominierungsausschuss will sich dem Vernehmen nach Zeit lassen und nicht gleich über die Personalie entscheiden.

Hinter den Kulissen geht die Rangelei bereits los. Ein solches Einfallstor lasse sich Fredriksen nicht entgehen, sagten Vertraute. Sein Gegner, Tui-Chef Michael Frenzel, wolle den Einzug des Norwegers in den Aufsichtsrat verhindern, berichten Branchenkreise. Frenzel streitet sich seit Monaten mit Fredriksen. Der Großaktionär wirft dem Tui-Chef Wertvernichtung vor und brüskiert ihn immer wieder mit Plänen seines eigenen Unternehmens. So kündigte er zuletzt an, eine Billigreederei aufzumachen, die in Konkurrenz zu Hapag-Lloyd, einer Beteiligung von Tui, stehen würde.

Den Kreisen zufolge könnte Frenzel Fredriksens Anspruch auf einen AR-Sitz mit einem Ausfallmanöver parieren: Sollte der Tui-Chef bis zum Jahresende einen neuen Investor präsentieren, würde der in den Aufsichtsrat einrücken. Ein solcher Affront würde allerdings die Dauerfehde mit Fredriksen anheizen. Frenzel spreche dauernd mit potenziellen Investoren, hieß es dazu in Unternehmenskreisen, Verhandlungen gebe es aber nicht. Offiziell äußerte sich die Tui AG nicht.

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