Ruhestand
Helaba-Chef geht drei Jahre früher als geplant

Der Vorstandschef der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba), Günther Merl, geht überraschend in den Ruhestand. Drei Jahre früher als geplant kehrt er der Landesbank den Rücken. Neben dem Wunsch kürzer treten zu wollen, sollen Meinungsverschiedenheiten mit den Eignern der Bank Grund für den Rücktritt sein.

FRANKFURT HB. Inmitten der weltweiten Finanzkrise gibt der Vorstandschef der Helaba, Günther Merl, überraschend sein Amt auf. Der fast 62-Jährige wird Ende September in den Ruhestand gehen, rund drei Jahre früher als geplant.

Darüber habe Merl am Montag seine Führungsmannschaft informiert, sagte ein Sprecher der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) am Dienstag. Merl habe den Schritt damit begründet, dass er immer schon mit 62 Jahren kürzertreten und sich aus der aktiven Verantwortung verabschieden habe wollen.

In Bankkreisen hieß es, zu Merls Entscheidung hätten auch Meinungsverschiedenheiten mit den Eignern über die Ausrichtung der Landesbank und des Verbunds beigetragen. Die Sparkassen in Hessen und Thüringen drängen wie andere Sparkassen auch auf Veränderungen im Landesbanken-Sektor, wollen die Helaba aber bis auf weiteres aus Fusionen heraushalten.

Erst vor wenigen Wochen hatten die Sparkassen, die an der Helaba 85 Prozent halten, den von der hessischen Landesregierung forcierten Zusammenschluss mit der WestLB platzen lassen.

Einen Nachfolger für Merl gibt es nach Angaben der Bank noch nicht. Der Verwaltungsrat will sich am Mittwoch mit dem Rücktrittswunsch von Merl befassen. Unwahrscheinlich ist, dass das Gremium dann schon einen neuen Vorstandschef bestellt. Merls Stellvertreter ist Hans-Dieter Brenner.

Merl begann seine Karriere bei der Helaba vor fast genau 30 Jahren als Leiter des Sekretariats für Wertpapiere, Geld und Devisen. Seit 1993 gehört er dem Vorstand des Instituts an, im Juli 2001 wurde er zum Vorsitzenden des Gremiums ernannt.

Die weltweite Krise an den Finanzmärkten hat die Helaba im Gegensatz zu einigen ihrer Konkurrenten bis jetzt glimpflich überstanden. Sie musste im vergangenen Jahr rund 250 Millionen Euro abschreiben. Der Gewinn stieg dennoch um drei Prozent auf 297 Millionen Euro. Häuser wie die WestLB, die BayernLB oder die LBBW kämpfen dagegen mit Abschreibungen in Milliardenhöhe.

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