Sal.-Oppenheim-Prozess
Middelhoff hatte Aussicht auf 100 Millionen Euro

Bei einer erfolgreichen Zerschlagung des Karstadt-Quelle-Konzerns hätte es Millionen geregnet: Im Prozess gegen ehemalige Sal.-Oppenheim-Banker legt Thomas Middelhoff neue Unterlagen vor. Mit einer überraschenden Zahl.
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KölnDer frühere Chef des Karstadt-Mutterkonzerns Arcandor, Thomas Middelhoff, hat erneut die Verantwortung für die spektakuläre Pleite des Handelsriesen von sich gewiesen. Bis zu seinem Ausscheiden habe er an einer Fusion der Arcandor-Tochter Karstadt mit dem Konkurrenten Kaufhof gearbeitet, berichtete Middelhoff am Mittwoch im Kölner Landgericht. „Das war mehr als eine Möglichkeit“.

Auch für die anderen Konzernsparten hatte Middelhoff nach seinen Worten bei seinem Ausscheiden vielversprechende Zukunftspläne entwickelt. „Das Arcandor voll sanierbar war und große unternehmerische Chancen bot, war für mich klar.“

Die angeschlagene Versandhaustochter Primondo (Quelle) hätte demnach mit dem französischen Wettbewerber Redcat verschmolzen werden sollen. Und der Reiseveranstalter Thomas Cook hätte verkauft oder behalten werden können. Doch seien die Pläne nach seinem Ausscheiden nicht mehr wirklich weiterverfolgt worden.

Middelhoff berichtete außerdem über frühe Pläne zur Zerschlagung des später in Arcandor umbenannten KarstadtQuelle-Konzerns. Schon Anfang 2005 hätten die Großaktionärin Madeleine Schickedanz, der Immobilienunternehmer Josef Esch, Vertreter der Bank Sal. Oppenheim und er Pläne geschmiedet, das Unternehmen von Börse zu nehmen und in seine Einzelteile zu zerlegen. Denn nach einer Untersuchung von Goldmann Sachs hätte der Wert der Teilbereiche bei einem Verkauf erheblich über dem Börsenwert des Unternehmens gelegen.

Die Pläne seien jedoch gescheitert, weil es wegen der hohen Verschuldung von KarstadtQuelle und der Probleme im Versandhandel nicht gelungen sei, einen Finanzinvestor zu finden. Middelhoff hätte nach den im Gericht präsentierten Unterlagen im Erfolgsfall Aussicht auf eine Prämie von 100 Millionen Euro gehabt.

In dem Kölner Strafverfahren sind das einstige Führungsquartett der Sal. Oppenheim-Bank sowie der Immobilienunternehmer Josef Esch teils wegen Untreue im besonders schweren Fall, teils wegen Beihilfe dazu angeklagt. Sie bestreiten die Vorwürfe. Das Schicksal der früher größten europäischen Privatbank und des Konzerns Arcandor waren eng miteinander verbunden.

Vor der Arcandor-Insolvenz im Sommer 2009 war Sal. Oppenheim größter Aktionär des Konzerns und geriet dadurch mit in den Abwärtsstrudel. Die Deutsche Bank übernahm Sal. Oppenheim Anfang 2010 in stark verkleinerter Form.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Sal.-Oppenheim-Prozess: Middelhoff hatte Aussicht auf 100 Millionen Euro"

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  • Bitte verzeihen Sie, Herr Schmitt, Ihrem Kauderwelsch kann man nicht folgen. Es lässt sich auch nicht im Entferntesten ein Zusammenhang zu dem veröffentlichten Artikel herstellen.
    Aber Sie schreiben es ja selbst in der Einleitung Ihres ehrenwerten Kommentars:"Es gibt viel dummes Gerede ...".

  • Zu viele Köche verderben den Brei. Das scheint auch für Arcandor zu gelten.

    Weder Oppenheim, Esch oder Middelhoff, die Eigentümerin schon gar nicht, schienen in der Lage, aus dem immerhin noch einigermaßen funktionierenden Rest von Karstadt-Quelle einen vernünftigen Exit zu basteln.

    Unprofessionalität und wohl auch Selbstüberschätzung ließen sie anscheinend scheitern.

  • Es gibt viel dummes Gerede deswegen - auch gerade weil angeblich ein Mitglied der Familie Oppenheim noch lebte - irgendwo mit Nähe zu Frankfurt oder mit Nähe zu Mainz - aber Fakt war damals, daß vorher jemand von der Familie Oppenheim verstorben war und dieses "neu-alte" Mitglied verblüffende Ähnlichkeit hatte (auf dem Foto in einer Frankfurter Zeitung) mit jemandem, der bekannt dafür ist, sehr viel Erbschaftsforschung zu forcieren und alle möglichen Familien damit gegeneinander auszuspielen - dieses "neu-alte" Mitglied der Familie Oppenheim sah zudem auch - vom Gesicht her - genauso aus wie die "top-zuverlässige" Person im Film "Agenten sterben einsam", wo diese "top-zuverlässige" Person vor dem Filmende freiwillig aus dem Flugzeug "springt" ... ohne Fallschirm - nun Fakt war damals wegen der Erbschaft von der Familie Oppenheim, daß zuvor der Sohn Felix entführt war, und irgendwie "beseitigt" wurde von einem Jura-Studenten und so ist diese ganze Angelegenheit doch pervers und zuwider, weil nur noch aal-glatte Typen - braungebrannt - immer wieder - zuvor festgelegte KandidatInnen - rausschmeißen - so gesehen, gibt es keine Verantwortung mehr dafür noch deren Schuldenmacherei finanziell zu tragen - nur weil es top und "post-moderne" Finanz-Experten und "hervorragende" Finanz-Manager sein müssen - - soviel Geld monatlich auf den Kopf hauen - da ist die Sparpolitik von einfachen Behinderten Menschen eher ein Vorbild, als derart 'zugedröhnt' sich vor der Presse zu posten !?

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