SAS-Chef Mats Jansson
Über Streit- und Streiklust

Mit 39 Gewerkschaften aus drei Ländern hat es der neue SAS-Chef zu tun. Das will Mats Jansson ändern. Die flügellahme Airline soll bald zu neuen Höhenflügen durchstarten.

STOCKHOLM. Stämmig wirkt er, nicht wie einer, der mal eben die Gangway hochläuft, um nach dem Rechten im Cockpit zu schauen. Doch der erste Eindruck täuscht: Mats Jansson ist durchtrainiert und stresserprobt. Starke Nerven, vielleicht auch Muskeln wird der neue Chef der skandinavischen Fluggesellschaft SAS auch benötigen, um die flügellahme Airline wieder zu neuen Höhenflügen zu bewegen.

Der 56-Jährige ist erst seit Anfang des Jahres neuer Boss der SAS, jenes Drei-Länder-Konstrukts aus Eignern, das wie Blei auf den Tragflächen der insgesamt 301 Flugzeuge liegt und der Airline das Durchstarten schwermacht. Drei Staaten - Dänemark, Norwegen und Schweden - tun seit Jahren alles, um den Sinkflug der SAS zu beschleunigen. Jansson kann, nein darf als Konzernchef nichts zur Eignerstruktur seines Unternehmens sagen, belässt es also bei einem freundlichen: "Das Länderkampf-Denken ist nicht gut für die SAS."

Nein, wirklich nicht: 73 wilde Streiks des dänischen Kabinenpersonals in den vergangenen zehn Jahren, unzählige Arbeitsniederlegungen auch in Schweden und Norwegen - das hat die SAS an den Rand eines Absturzes gebracht. "Wenn nicht gestreikt wird, verdienen wir auch Geld", sagt Jansson. Doch leider wurde viel gestreikt.

Der passionierte Tennisspieler Jansson hat die Schwachstellen bei der SAS schnell ausgemacht. "Es sind die Kulturunterschiede", meint er. Skandinavien - das wird wie das Baltikum von vielen als eine Einheit angesehen. Doch tatsächlich gleichen die Länder im hohen Norden eher Geschwistern, die sich ständig streiten, sich gegenseitig nicht die Butter auf dem Brot gönnen.

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