Schmidt hat HVB lange geführt
Porträt: Albrecht Schmidt - der Verlierer der Bankenfusion

Hypo-Vereinsbank-Aufsichtsratschef Albrecht Schmidt ist einer der Verlierer der Fusion des zweitgrößten deutschen Kreditinstituts mit der italienischen Unicredito. Der 67-jährige ehemalige Vorstandssprecher der HVB wird seinen Posten in der neuen Struktur verlieren, zudem war Schmidt, klar gegen den Zusammenschluss.

HB MÜNCHEN. „Er hat bis zuletzt wacker um die Selbstständigkeit der Bank gekämpft, er sieht sein Lebenswerk kaputt gemacht“, heißt es in Aufsichtsratskreisen. Die Sitzung habe sich wegen des Widerstands von Schmidt unnötig in die Länge gezogen. Nach seiner Abstimmungsniederlage trat Schmidt, anders als von manchen erwartet, aber nicht zurück.

Der gebürtige Leipziger hatte die Bank lange Jahre geführt. Da er somit die Probleme mit zu verantworten hatte, die zur schweren Krise der HVB führten, war sein Wechsel an die Aufsichtsratsspitze Anfang 2003 höchst umstritten. Als Vorsitzender des Kontrollgremiums trug er den radikalen Wandel mit, den sein Nachfolger Dieter Rampl der Bank verordnete. Allerdings galt Rampl als der Veränderer, Schmidt als der Bewahrer. So sprach sich Schmidt zunächst auch gegen den Teilverkauf der Bank Austria aus, mit dem Rampl frisches Geld in die Kassen holte. Auch sonst haben der hemdsärmelig auftretende Rampl und der stets disziplinierte Schmidt als Banker vom alten Schlag nur wenig gemein. Dennoch funktionierte die Koexistenz in den vergangenen Jahren leidlich.

Seine Karriere hatte der Jurist Schmidt 1967 bei der Bayerischen Vereinsbank begonnen. Dort war er zunächst in der Hypothekenabteilung tätig. 1976 zog er in den Vorstand der Tochtergesellschaft Vereinsbank in Nürnberg (heute Nürnberger Hypothekenbank) ein, drei Jahre später auch in den Vorstand der Konzernmutter, wo er für Personal und Immobilienfinanzierung zuständig war. Die Berufung zum Vorstandssprecher kam 1990 für viele überraschend. Schmidt brachte die damals als träge geltende Vereinsbank rasch auf Vordermann und überholte bald die Hypo-Bank. Schmidt erwarb sich den Ruf als „Deutschlands aggressivster Banker“. Gemeinsam mit Hypo-Vorstand Eberhard Martini fädelte er die Fusion von Vereins- und Hypo-Bank im Jahr 1998 ein.

Kurz danach deckte Schmidt Immobilien-Altlasten mit einem Volumen von 3,5 Milliarden DM im Bereich der ehemaligen Hypo-Bank auf. Seine dabei zur Schau gestellte Emotionalität wurden in der Branche auch kritisch gesehen. Letztendlich setzte sich der Konzernchef aber in der Auseinandersetzung mit Martini durch. Als Erfolgsstück galt die Übernahme der Bank Austria unter Schmidts Führung im Jahr 2000. Als er aber sein Amt an Rampl abgab, waren viele strukturelle Probleme der Bank schon aufgebrochen. Schmidt hatte seine Pläne, Banken in Frankreich und Italien zu übernehmen, da schon auf Eis gelegt.

Nun muss er die Übernahme durch Unicredito in Kauf nehmen. Mit öffentlicher Kritik hielt er sich bis zuletzt zurück. Auch bei Bankern, die ihm stets skeptisch gegenüber standen, hat er sich mit seinem konsequenten Kurs Respekt erworben. „Er ist Banker durch und durch.“

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