Späth: „Mission erfüllt“
Führungswechsel bei Jenoptik

Beim Technologiekonzern Jenoptik ist am Mittwoch nach 16 Jahren die Ära Lothar Späth zu Ende gegangen. Der bald 70-Jährige hat seinen Posten als Aufsichtsratschef auf der Aktionärsversammlung in Weimar aus Altersgründen abgegeben. Mit ihm verlässt zudem der bisherige Vorstandsvorsitzende Alexander von Witzleben das Unternhemen.

HB WEIMAR. Der Optik-Konzern wird künftig von dem 40 Jahre alten Physiker Michael Mertin geleitet, der zuvor in Führungspositionen bei Carl Zeiss (Oberkochen) gearbeitet hat. Zum Vorsitzenden des auf zwölf Mitglieder verkleinerten Aufsichtsrates wurde Jörg Menno Harms, langjähriger Geschäftsführer der Hewlett-Packard GmbH, gewählt.

Späth, der 1991 nach seinem Rücktritt als Ministerpräsident von Baden-Württemberg Jenoptik aus konkursreifen Teilen des DDR Zeiss- Kombinates zur Börsenreife brachte, sieht nach 16 Jahren seine „Mission in Jena erfüllt“. Statt im Treuhand-Auftrag „unauffällig abzuwickeln“, sei ein Unternehmen aufgebaut worden, das die Entwicklung von Jena zur Wachstumsregion geprägt habe und auf internationalen Märkten bestehen könne, sagte Späth, der in diesem Jahr 70 Jahre alt wird.

Der 43-jährige von Witzleben, er wechselt Anfang Juli nach 14 Jahren Jenoptik in den Vorstand des Duisburger Haniel-Konzerns, bezeichnete die Umstrukturierung zum „lupenreinen Technologiekonzern“ als abgeschlossen. Unter seiner Regie wurde Jenoptik, mit 1,9 Mrd. Euro Umsatz und 10 0000 Beschäftigten lange Zeit das größte börsennotierte Ost-Unternehmen, auf sein Geschäft mit Lasern, Optik, Sensoren und Wehrtechnik zurückgeschnitten. Die Neuausrichtung habe sich 2006 mit zweistelligen Wachstumsraten bei Umsatz und Gewinn ausgezahlt, sagte er. Die Verschuldung sei von 375 auf 203 Mill. Euro gesunken. Mit der vorfristigen Rückzahlung einer Hochzinsanleihe Ende 2007 werde sie sich weiter verringern. Die Eigenkapitalquote steige danach in Richtung 40 Prozent.

Witzleben sieht 2007 als Konsolidierungsjahr. Er bekräftigte die Prognose mit einem Umsatzanstieg von knapp zehn Prozent auf bis zu 535 Mill. Euro und einem Gewinn vor Zinsen und Steuern von 38 bis 42 Mill. Euro. Jenoptik beschäftigt derzeit 3250 Mitarbeiter. Aktionärsschützer Malte Disselhorst (DSW) bescheinigte dem alten Vorstand, das Unternehmen in ruhigeres Fahrwasser mit weniger finanziellen Risiken gebracht zu haben. „Jenoptik muss nun profitabler werden“, forderte er angesichts seit 2003 ausgebliebener Dividendenzahlungen an die Aktionäre.

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