Staatsanwaltschaftliche Ermittlungen nach Todesfall
Versicherung zur Zahlung verpflichtet

Eine Lebensversicherung darf bei einem tödlichen Unfall ihre Leistungen nicht ohne weiteres bis zum Abschluss der staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen zurückhalten. Dies gelte insbesondere, wenn keine Anhaltspunkte für eine Selbsttötung vorlägen.

SAARBRÜCKEN. Denn jede Versicherung sei grundsätzlich verpflichtet, den Versicherungsfall zügig zu prüfen und die Auszahlung nicht durch unnütze Erhebungen zu verzögern, urteilte das Oberlandesgericht Saarbrücken (Az.: 5 U 286/05-26).

Das Gericht gab mit seinem Urteil der Klage zweier Vollwaisen gegen eine Lebensversicherung statt. Die Eltern der Kinder waren bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen, nachdem ihr Wagen auf regennasser Straße ins Schleudern geraten war. Obwohl ein weiteres Fahrzeug beteiligt war, weigerte sich die Versicherung, das Geld vor dem Abschluss der staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen auszuzahlen. Das OLG sah für diese Verzögerung keinen Grund. Die gesamten Umstände ließen keinen Rückschluss auf eine Selbsttötung zu.

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