Steffen Naumann
Springers Boygroup am Ende

Konzernchef Mathias Döpfner trennt sich nach fast acht Jahren von seinem Finanzvorstand Steffen Naumann. Dessen Nachfolger steht schon fest. Er soll in den nächsten Wochen bekannt gegeben werden.

DÜSSELDORF. Auf seinen malerischen Ausblick im 18. Stock des Axel-Springer-Hochhauses in Berlin wird Steffen Naumann ab Ende Oktober verzichten müssen. Acht Jahre lang konnte der Finanzvorstand des „Bild“-Konzerns das Panorama über Tiergarten und Potsdamer Platz bis in den Grunewald genießen. Doch nun gibt ihm Vorstandschef Mathias Döpfner den Laufpass. Naumanns Ende Oktober auslaufender Arbeitsvertrag wird nicht verlängert.

Im Konzern wurden Döpfner und Naumann zu Beginn die „Twin Towers“ genannt. Tatsächlich überragen die beiden Medienmanager mit ihren fast zwei Metern Gesprächspartner deutlich. Doch so sehr sich die Körpergrößen gleichen, so unterschiedlich ist das Auftreten des Tandems. Während Döpfner mit sorgfältiger Wortwahl und elegantem Auftreten über die Jahre an Charisma gewonnen hat, blieb Naumann scheu und unnahbar. In den Vordergrund hat sich der aus dem fränkischen Erlangen stammende Betriebswirt nie gespielt, die Bühne überließ er stets Döpfner. Diese mangelnde Präsenz ist dem 42-Jährigen nun zum Verhängnis geworden. Im Konzern wird als Grund für die Trennung die „interne und externe Kommunikationsschwäche“ genannt. In den eigenen Reihen schaffte es Naumann offenbar nicht, Mitarbeiter ausreichend zu motivieren und zu fördern.

Mit dem Abgang von Naumann ist Döpfners Boygroup am Ende. Denn bislang galten der Vorstandschef zusammen mit den beiden Vorständen Naumann und Andreas Wiele als eingeschworenes Trio. Alle drei sind bei Bertelsmann in die Managementlehre gegangen. Alle drei teilen als Generation der Mitvierziger gemeinsame Ansichten und Werte.

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