Stipendien
Finanzspritzen für Top-Studenten

Der Ingenieurmangel in Deutschland treibt eine hübsche Blüte: Immer mehr Firmen sponsern über eigene Stipendien gezielt den technischen Nachwuchs und versuchen auf diese Weise, möglichst früh hochqualifizierte Absolventen an sich zu binden. Geld ist zwar nicht alles im Leben, aber für einen Studenten eben doch nicht unwichtig.

DÜSSELDORF. Das hat man bei Thyssen-Krupp, Volkswagen, Daimler-Chrysler, Degussa und Siemens bereits seit längerem erkannt, wo die Stipendienvergabe Usus ist. Erstmalig zum kommenden Wintersemester können sich dagegen Studenten an der Berliner Universität der Künste, die im berufsbegleitenden Masterstudiengang „Leadership in Digitaler Kommunikation“ eingeschrieben sind, beim Energiekonzern Vattenfall um ein Stipendium von 18 000 Euro bewerben; dazu gehören auch projektbezogene Einsätze im Unternehmen.

Und der Münchner Nutzfahrzeug- und Maschinenbaukonzern MAN wird im kommenden Jahr erstmals 100 begabte Studenten der Technischen Universität München mit einem jährlichen Stipendium von 1 000 bis 3 000 Euro ausstatten. Voraussetzungen sind laut Ausschreibung „hervorragende Studienleistungen, fachliche und soziale Kompetenz“ sowie ein Studium an den Fakultäten Maschinenwesen, Elektrotechnik oder Informationstechnik. Die Bewerbungsfrist endet am 30. November, Anfang Januar erfolgt der Auswahlprozess, im März erfolgt die Auszahlung.

„Wir arbeiten seit längerem mit Hochschulen zusammen“, erklärt MAN-Sprecher Wieland Schmitz. „Neu ist aber das durchgängige Konzept ’Campus Initiative’. Dazu gehört neben dem Stipendium auch eine Vorlesungsreihe von MAN-Spitzenmanagern und Vorständen anderer Dax-Unternehmen.“ So wird im November der MAN-Vorstandsvorsitzende Håkan Samuelsson seine erste Vorlesung halten. Die Firmenchefs sollen das theoretische Uniwissen der Studenten mit Beispielen aus der Praxis unterfüttern und damit Alltagswissen in die Unis transportieren.

„Man muss sich jedes Jahr neu bewerben“, sagt Schmitz. „Im ersten Jahr werden 1 000, im zweiten 2 000 und im dritten 3 000 Euro gezahlt.“ Das Konzept, das bislang auf die TU München beschränkt bleibt, ist für weitere Hochschulen im Bundesgebiet angedacht, „darunter auch für eine wirtschaftswissenschaftlich orientierte“, verrät Schmitz. 400 000 Euro im Jahr lässt sich der Konzern die Campus Initiative kosten.

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