Stuart Rose
Denkmal bröckelt

Stuart Rose hat die Kaufhauskette Marks & Spencer gerettet. Doch nun droht die Wirtschaftsflaute seine Erfolge zunichte zu machen.

LONDON. Sir Stuart Rose ist in kämpferischer Stimmung. Nach dem schlechtesten Halbjahr, seit er 2004 die Führung der britischen Kaufhauskette Marks & Spencer übernommen hat, hält er trotzig an der Dividende und den Expansionsplänen fest. Die Börse belohnt das gestern mit einem Kurssprung. Doch Rose warnt auch vor einem schweren Jahr 2009. „Ich bin alt genug, um mich an harte Zeiten zu erinnern“, sagt er und fordert mutige Leitzinssenkungen, um die Konjunktur in Schwung zu bringen.

So hat sich der elegante, schlanke Mann seine letzten beiden Jahre bei Marks & Spencer (M&S) wohl kaum vorgestellt. Die Rezession in Großbritannien droht die Erfolge der vergangenen Jahre zunichte zu machen. Nur noch rund 4,7 Milliarden Euro ist der Konzern an der Börse wert – um zwei Drittel stürzte die Aktie seit Anfang 2007 ab.

Dabei hatte das Jahr so gut begonnen: Die Queen schlug Stuart Rose zum Ritter und belohnte damit seine Verdienste um eine nationale Institution. Die Rettung der 124 Jahre alten Kaufhauskette vor einer feindlichen Übernahme und einem langen Niedergang hat ihm einen Platz im Herzen der Briten gesichert. Wo sonst sollten sie ihre Socken und Pullis, ihre Weihnachtspuddings und Fertiggerichte kaufen?

Doch schon im Frühjahr beginnt das Denkmal des M&S-Retters zu bröckeln. Zuerst provoziert der 59-Jährige, für viele unverständlich, ein langes, öffentliches Wortgefecht mit treuen Aktionären. Im März kündigt er an, dass er nach dem Ausscheiden des Chairmans Lord Burns dessen Amt mit übernehmen will. Dann wäre er, auf deutsche Verhältnisse übertragen, Chef des Vorstands und Aufsichtsrats in einer Person. Das ist in den USA üblich, in der Londoner City aber höchst unpopulär.

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