Studien beweisen beruhigenden Effekt von Hunden
Doggy-Day statt Casual Friday

Eine Weile lang kam Paul jeden Tag in die Redaktion des Wochenblatts "Die Zeit". Er ging ein und aus in der Chefredaktion, die Dienstage hatte er am liebsten.

HB. Genauer gesagt: Die Dienstagabende - wenn es nachts für alle etwas zu essen gab - und auch Paul etwas abbekam. In vielen Zimmern gab es kleine Depots für ihn - mit Hundekuchen. Paul war nämlich ein Golden Retriever.

Die Leser erfuhren von seiner Existenz erst, nachdem er gestorben war: als in der "Zeit" eine Todesanzeige für ihn erschien. Für Paul. Ganz so, als sei er kein Hund, sondern ein Kollege, der verstorben sei. Die Leser reagierten umso heftiger: Etliche schrieben Briefe, sprachen ihr Beileid aus oder bewunderten die Redaktion als "sehr anständig und gefühlvoll". Sogar Solidaritätsbriefe von anderen Bürohunden wie der von Barney vom Einzelhandelsverband Ostwestfalen in Paderborn standen kurz darauf in der Leserbriefspalte.

War Paul eine Ausnahme? In deutschen Büros sind Hunde eher selten anzutreffen, am ehesten in mittelständischen Unternehmen. Im Handelsblatt-Fragebogen posierten immerhin zwei Büro-Hunde, der von Sabine Käfer (Feinkost Käfer) und der von Rückentraining-Papst Werner Kieser. Doch auch beim Brillenkönig Fielmann in der Hamburger Zentrale oder beim Saunaproduzenten Klafs in Schwäbisch Hall ist der beste Freund des Menschen anzutreffen. Bei letzterem gibt es Danny, den Hund der Marketingchefin Simone Barthels, der "das Betriebsklima unheimlich auflockert" und "beruhigend wirkt, wenn's stressig wird". Einfach weil er die Stimmung spürt und die Kollegen schon mal mit seiner feuchten Nase aufmunternd anstubst, erzählt Bartels.

Wie recht sie hat, beweisen wissenschaftliche Studien: "Hunde haben einen beruhigenden Effekt, wenn sie nur im Raum sind," weiß James Serpell von der Companion Research Group in Cambridge. Sie bewirken, dass in Stesssituationen Endorphine ausgeschüttet werden. An der Universität von Buffalo wurde nachgewiesen, dass der Blutdruck von Menschen unter Stress kaum steigt, wenn ein Vierbeiner im Raum ist. Auch australische Wissenschaftler erforschten, dass Haustierbesitzer ein geringeres Herzinfarkt- Risiko haben und gesünder sind.

Kein Wunder, dass in den USA in diesem Jahr zum fünften Mal die Vereinigung Pet Sitter International den 20. Juni als "Take your dog to work today"-Tag ausrief. In England ist der Büro-Hundefeiertag im September. Die Argumente: In Büros mit Hunden werde weniger geraucht und mehr gearbeitet. Und wer in den USA einen Job für sich und seinen Hund sucht, findet unter www.dog-friendly.com Listen mit hundefreundlichen Unternehmen.

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