TCI und Atticus übten Druck aus
Viermetz räumt Aufsichtsratsposten bei Deutscher Börse

Nach seinem Rücktritt bei der angeschlagenen Hypo Real Estate legt Kurt Viermetz nun auch sein Amt als Aufsichtsratschef bei der Deutschen Börse nieder. Der 69-Jährige gibt damit dem wochenlangen Drängen der beiden Großaktionäre TCI und Atticus nach.

HB FRANKFURT. Der Frankfurter Börsenbetreiber teilte am Sonntag mit, der ehemalige JP-Morgan-Investmentbanker werde nach der Aufsichtsratssitzung am 8. Dezember sein Amt als Vorsitzender des Gremiums niederlegen und aus dem Aufsichtsrat ausscheiden. Damit weicht die Deutsche Börse einer Auseinandersetzung mit dem britischen Hedgefonds „The Childrens Investment Fund“ (TCI) aus. Er hat im Streit um die Firmenstrategie eine außerordentliche Hauptversammlung beantragt, auf der Viermetz' Abberufung der einzige Tagesordnungspunkt sein sollte.

Mit seiner Entscheidung gibt der fast 70-jährige Viermetz innerhalb nur einer Woche seine zweite wichtige Funktion auf. Auf massiven Druck der Politik hin hatte er bereits den Posten als Aufsichtsratschef der Münchener Immobilienbank Hypo Real Estate (HRE) geräumt. Nachdem sie nur mit 50 Mrd. Euro schweren Hilfen von Staat und Banken vor dem Aus gerettet werden konnte, hatte Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) einen personellen Neuanfang gefordert. HRE-Vorstandschef Georg Funke war bereits Tage zuvor gegangen. Kreisen zufolge hatte Viermetz in München bis zuletzt um sein Amt gekämpft.

Auch bei der Deutschen Börse hatte er sich noch vor wenigen Tagen Berichten zufolge kämpferisch gegeben. Das Unternehmen hatte die Entscheidung über den Antrag von TCI vergangene Woche aus formalen Gründen vertagt.

Viermetz erklärte am Sonntag, sein Entschluss, mit Erreichen des 70. Lebensjahres nicht mehr für den Aufsichtsrat der Börse zu kandidieren und den Vorsitz „in wiederum geeignete Hände zu übergeben“, habe lange festgestanden. Nach einem Nachfolger werde schon seit dem Sommer gesucht, der Nominierungsausschuss werde in einigen Wochen seine Besetzungsvorschläge für die nächste reguläre Hauptversammlung im Mai 2009 vorlegen. „Damit werden die wesentlichen Weichenstellungen für eine gute und stabile Zukunft der Deutsche Börse AG gestellt sein.“ Wer den Aufsichtsrat bis dahin führen soll, ließ das Unternehmen offen.

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