Teure Redner
Wo der Kanzlerbonus bares Geld wert ist

Mit Rednern wie Peer Steinbrück, Gerhard Schröder oder Joschka Fischer schmücken sich Unternehmen gerne. Sie buchen die Ex-Politiker für viel Geld. Mittlerweile lässt sich auch in Deutschland mit dem Geschäft hohe Summen verdienen - vor allem, wenn die Redner vorher Kanzler oder Minister waren.
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DÜSSELDORF. Peer Steinbrück gilt als wortgewandter Redner – und liegt unter seinesgleichen weit vorn. Der frühere Bundesfinanzminister hat allein in diesem Jahr mindestens 25 bezahlte Vorträge gehalten; bei der Volksbank Geest, bei dem Versorger Gelsenwasser, bei der Wirtschaftprüfungsgesellschaft KPMG. Die Firmen reißen sich um ihn und bezahlen seine Vorträge fürstlich: Das Redehonorar des SPD-Politikers wird von Branchenkennern auf bis zu 20 000 Euro geschätzt. Vor Parteizirkeln macht es Steinbrück natürlich weiterhin umsonst.

Ob Peer Steinbrück, Roland Koch, Joschka Fischer – Politiker, die einst ein hohes Amt bekleidet haben, sind auf dem Markt der Redneragenturen heiße Ware. Am besten: Sie sind gerade erst ausgeschieden. „Die Halbwertszeit eines Bundespolitikers liegt bei etwa zwei bis vier Jahren“, sagt Torsten Fuhrberg, Chef der Agentur Celebrity Speakers (CSA) in Düsseldorf. In dieser kurzen Zeit können sie als Redner auf Fachkongressen, bei Firmenjubiläen oder in Expertenrunden prächtig verdienen.

In der Steinbrück’schen Preiskategorie liegen auch Männer wie Ex-BDI-Präsident Hans-Olaf Henkel oder der frühere Bundesumweltminister Klaus Töpfer. Zum Vergleich: Das Einsteigerhonorar für einen No-Name-Parlamentarier oder den Emporkömmling aus der Wirtschaft liegt bei 1 500 Euro.

Allerdings: Ein für alle Veranstaltungen durchgängig gültiges Honorar gibt es nicht. Die Agenturen rufen gern hohe Beträge auf. Schließlich wollen sie ihren Auftraggeber gut verkaufen. Allerdings gibt es auch in diesem Geschäft Rabatte, über die man nur hinter vorgehaltener Hand spricht.

Richtig kostspielig wird es, wenn ein Unternehmen einen Politiker vom Format eines Joschka Fischer anheuert: Etwa 35 000 bis 50 000 Euro koste ein Vortrag des ehemaligen Bundesaußenministers, verraten Insider. Das wird nur vom Altkanzler Gerhard Schröder übertroffen – sein Honorar soll etwa doppelt so hoch sein wie das seines einstigen Stellvertreters.

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  • Dies zeigt, wie leer und trostloslangweilig es auf der bühne ist, auf der getrommelt werden soll. Einen Schröder als Redner einzuladen, der Personen zu seinen Freunden und Geschäftspartnern zählt, wie Putin, einem Chef einer großen staatlichen Verbrecherorganisation, die jahrzehntelang menschenrechtswidrige Praktiken zum Machterhalt benutzt, zeigt, auf welchem Weg wir sind und welch sittenloser Verfall um sich gegriffen hat. Was haben diese Leute zu bieten? Als sie and der Macht waren, haben sie auch nichts weiter hinterlassen, als bürokratie, neue Schulden und wachsende Politikverdrossenheit und wachsende Armut. Ob die "Gaukler" unserer Zeit (Sportler, Künstler, sonstige ideologieverbreitende Propagandisten) überhaupt einen ganzen richtigen und glaubwürdigen Satz zur Gemengelage sagen können, bleibt ebenfalls zweifelhaft. Aber es ist wohl genau so hirnverbrannt, wie mit den Lifestyle-Produkten, wie z. b. der Fa. Apple oder Porsche: Keiner braucht sie wirklich, aber viele wollen sie, ohne sich selbst zu hinterfragen - insgesamt Zeichen geistig-kultureller und zivilisatorisch-intellektueller Schwäche! Abartig und ekelhaft, bis auf ganz wenige Ausnahmen!

  • Wir müssen jetzt daran arbeiten, ihre Sensoren für feine ironie zu schärfen.

  • [1] Geheimrat
    Das sind kranke Persönlichkeiten(?)!
    Du tickst auch nicht ganz richtig.

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