Thomas Lindner
Maschinenbauer setzen auf Mann der leisen Töne

Bisher schottet Thomas Lindner sich und sein Familienunternehmen auf der Schwäbischen Alb konsequent ab. Als neuer Präsident des Verbands der Deutschen Maschinenbauer (VDMA) wird der 59-Jährige die Öffentlichkeit jetzt sogar suchen müssen.
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STUTTGART. Für sein neues Amt wird sich Thomas Lindner stark umstellen müssen. Bisher schottet der 59-Jährige sich und sein Familienunternehmen auf der Schwäbischen Alb konsequent ab. Auf das mehrere Fußballfelder große Firmengelände lässt er die überregionale Presse so gut wie nie, und er sagt Sätze wie: "Sie werden von mir keine Hintergründe unseres Erfolges erfahren." Als neuer Präsident des Verbands der Deutschen Maschinenbauer (VDMA) wird er die Öffentlichkeit jetzt sogar suchen müssen, wenn er Erfolg haben will.

Seit 26 Jahren führt der gebürtige Bayer das Familienunternehmen Groz-Beckert, den Weltmarktführer bei Industrienadeln für Textilmaschinen. Mit 400 Mio. Euro Umsatz im Krisenjahr 2009 ist Groz-Beckert einer der mittelgroßen Maschinenbauer des Landes. Seit sechs Jahren führt der zweifache Familienvater zudem den wichtigen VDMA-Landesverband Baden-Württemberg. Am kommenden Freitag wird ihn die Mitgliederversammlung in München zum Nachfolger von Manfred Wittenstein als Präsident wählen - und damit übernimmt er nicht irgendein Amt.

Zum VDMA gehören rund 3 000 vorrangig mittelständische Mitgliedsunternehmen. Er ist damit einer der mitgliederstärksten und bedeutendsten Industrieverbände in Europa. Mit einem Umsatz von rund 160 Mrd. Euro im Jahr 2009 und 920 000 Beschäftigten im Inland gehört der Maschinen- und Anlagenbau zu den größten Branchen und wichtigsten Arbeitgebern in Deutschland. Und die Präsidentschaft von Lindner verspricht spannend zu werden: Der groß gewachsene, breitschultrige Lindner gilt als kantig. Allein von seiner physischen Präsenz her fällt er auf. Mit ruhiger und sonorer Stimme bleibt er im Ton freundlich, neigt inhaltlich aber zum Klartext.

Wie er dem Verband neue Impulse geben will, will er vor seiner Wahl noch nicht en détail verraten. Es gebe viele Themen, die die Branche bewegten, sagt er. Aber im Fokus müsse die Wachstumsregion Asien stehen. Seine Prognose: Er wird zur letzten Unternehmergeneration gehören, der Englisch als Fremdsprache reicht.

Martin-Werner Buchenau
Martin-W. Buchenau
Handelsblatt / Korrespondent

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