Thomas Marquardt folgt nach
Infineon-Personalchef Buschmann geht

Der Münchener Chiphersteller Infineon hat überraschend einen neuen Personalchef bestimmt. Seit 1. Juli sei Thomas Marquardt von der Deutschen Bank Nachfolger von Jürgen Buschmann, der den Konzern zum 31. August verlasse, heißt es in einem internen Mitarbeiterbrief des Konzerns.

Reuters MÜNCHEN. Bis Ende August werde Buschmann dem neuen Personalvorstand, der bereits zwölf Jahre Erfahrung im Personalwesen des größten deutschen Finanzinstituts sammeln konnte, beratend zur Seite stehen. Zu den Gründen für den Wechsel äußerte sich ein Sprecher auf Anfrage nicht.

In einem Bericht der „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (Freitagausgabe) hieß es, Buschmann müsse gehen, weil die vom Unternehmen geplante Einführung einer neuen Art der Leistungsbewertung für die Mitarbeiter ins Stocken geraten sei. Der unter heftigem Beschuss der Gewerkschaften stehende Konzernchef Ulrich Schumacher hatte angekündigt, sich jährlich von den Mitarbeitern trennen zu wollen, die vom Unternehmen zu den leistungsschwächsten fünf Prozent der Belegschaft gezählt würden. Die Arbeitnehmerseite hatte dagegen ihr Veto eingelegt. Nun soll zumindest für die deutsche Belegschaft die Absicht der Unternehmensführung verhandelt werden.

Doch nicht nur dieses Programm hatte in der Öffentlichkeit für negative Schlagzeilen gesorgt. Seit rund einem Jahr diskutiert der Konzern eine Verlagerung des Firmensitzes ins Ausland, um auf diese Weise nach eigenen Angaben Steuern zu sparen. Eine Entscheidungsvorlage hierzu soll im Herbst fertig sein. Allerdings hatte Infineon, sechstgrößter Chipkonzern der Welt, in den vergangenen zwei Geschäftsjahren wegen milliardenschwerer operativer Verluste kaum Steuern gezahlt.

Die Infineon-Aktie notierte am Mittag in einem leicht schwächeren Marktumfeld um 0,2 % im Minus bei 9,12 € .

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