Thyssen-Krupp-Chef
Schulz wirbt für die Mitbestimmung

Der Thyssen-Krupp-Chef sieht Betriebsräte und Gewerkschaften als Schlüssel zum Erfolg. Zum neuen Jahr gibt Ekkehard Schulz seinen verantwortungsvollen Posten mit dieser Maxime weiter. Auf seinen Nachfolger wartet eine weitere Bewährungsprobe.
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DUISBURG. Für Ekkehard Schulz ist eine Rede über Verantwortung ein Blick zurück auf die tiefste Krise der Stahlindustrie. In den achtziger Jahren wurden wegen massiver Überkapazitäten viele Hütten an Rhein und Ruhr geschlossen. Allein in Oberhausen, Hattingen und in Duisburg arbeiteten 65 000 Menschen in dem Industriezweig, die meisten davon verloren ihren Job. "Ich war einer derjenigen, der diese Entscheidung mit getroffen hat", sagte Schulz.

Leicht ist ihm die Entscheidung für die Schließung der Stahlwerke und dem Jobabbau nicht gefallen. Immerhin bekamen auch seine Kinder den Groll in der Bevölkerung zu spüren, bekannte der langjährige Vorstandschef vor über 200 Mitgliedern der Gemeinde der Duisburger Salvatorkirche.

Die evangelische Kirche lädt regelmäßig bedeutende Persönlichkeiten zu einer sogenannten Kanzelrede ein. Vor Schulz stand unter anderem Fritz Pleitgen vor der Gemeinde. Schulz spricht in seiner mit Beifall bedachten Rede über Verantwortung von Unternehmern. Ein Thema, das ihm am Herzen liegt. Daher ist es kaum verwunderlich, dass er in die Geschichte des Ruhrgebiets einsteigt.

Die Schließung der Stahlwerke war aus Sicht von Schulz unvermeidlich. "Als Vorstand war es meine Verantwortung, das ganze Unternehmen im Blick zu behalten." Ohne einen radikalen Schnitt wäre der ganze Konzern bald in größte Gefahr geraten.

Auch wenn Schulz es nicht anspricht, noch vor wenigen Monaten steckte Thyssen-Krupp erneut tief in der Krise. Infolge der globalen Wirtschaftsflaute waren die Aufträge eingebrochen. Der Umsatz schmolz um über zehn Mrd. Euro auf rund 40 Mrd. Euro. Unter dem Strich stand ein Rekordverlust von 2,4 Mrd. Euro. Es war das schlechteste Ergebnis seit der Fusion von Thyssen und Krupp vor elf Jahren.

Zur Misere trug auch eigenes Verschulden bei. Wegen Fehlplanungen fallen die Investitionen in die neuen Werke in Brasilien und den USA deutlich höher aus als veranschlagt, die Finanzkraft des Ruhrkonzerns wird dadurch belastet.

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