Top-Banker Pendrella
Der „Rainmaker“ meldet sich zurück

Als Joseph Perella im April vergangenen Jahres bei der Investmentbank Morgan Stanley seinen Hut nahm, war das Entsetzen groß. Doch die Legende der Wall Street, bastelte fleißig am Comeback: einer Investmentboutique, die sich ganz auf die Beratung von Fusionen und Übernahmen konzentriert. Kommt er zu spät?

NEW YORK. Als Joseph Perella im April vergangenen Jahres bei der Investmentbank Morgan Stanley seinen Hut nahm, war das Entsetzen groß. Galt der legendäre "Rainmaker" der Wall Street doch als Garant dafür, dass Morgan auch unter seinem damals heftig kritisierten Chef Philip Purcell die große Tradition im Investment-Banking fortsetzt. Perella ging jedoch, und Purcell wurde kurz danach gefeuert.

Seit damals bastelt der heute 64-jährige Investmentbanker an seinem eigenen Traum: einer Investmentboutique, die sich frei von Interessenkonflikten und den bürokratischen Fesseln einer Großbank ganz auf die Beratung von Fusionen und Übernahmen (M&A) konzentrieren kann. Ein gutes Jahr später hat Perella seinen Traum fast verwirklicht. Vor kurzem öffnete die Boutique Perella Weinberg Partners in New York und London ihre Türen. Jetzt fehlen nur noch die Kunden.

Mehr als eine Mrd. Dollar haben der in Brooklyn geborene Investmentbanker und seine elf Partner in den vergangenen zwölf Monaten von betuchten Investoren eingesammelt. Die Geldgeber reichen von der japanischen Großbank Mitsubishi UFJ Financial über arabische Investmentfonds bis zu den beträchtlichen Eigenmitteln, die Perella und sein Partner Peter Weinberg in das Unternehmen gesteckt haben sollen. Der 48-jährige Weinberg stammt aus einer betuchten Bankerfamilie an der Wall Street und war von Goldman Sachs zu Perella gestoßen.

"Wir haben die Firma nicht mit Blick auf die aktuelle Fusionswelle gegründet", sagte Weinberg kürzlich in einem Interview, "es gibt vielmehr einen langfristigen Bedarf für unabhängige Berater." Perella & Co. glauben, dass der Zeitpunkt für eine neue Investmentboutique noch nie so günstig war wie heute. In den großen Finanzhäusern verliert das klassische M&A-Geschäft an Stellenwert, weil das meiste Geld inzwischen im Handel mit Aktien, Anleihen, Währungen und Rohstoffen verdient wird.

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