Treffen vor Gericht
Kirch lässt den Showdown mit Breuer im letzten Moment platzen

Seit mehr als zehn Jahren bekriegen sich Leo Kirch und Rolf Breuer vor Gericht. Die Details der Verfahren ermüden. Doch heute stand der große Showdown zwischen beiden an. Aber das "Spitzentreffen" platzte.

MünchenDer Showdown zwischen Leo Kirch und Rolf Breuer ist in letzter Minute geplatzt. Nach der Mittagspause warteten die Fotografen und Kamerateams schon gespannt vor dem Aufzug im obersten Geschoss des Oberlandesgerichts. Schließlich würde der zuckerkranke Kirch im Rollstuhl kommen. Doch aus dem großen Auftritt wurde nichts. Kirch sei noch zu krank, um vor Gericht zu erscheinen, sagte sein Anwalt. Der Unternehmer hatte in den vergangenen Wochen an einer Bronchitis erlitten. Das Gericht bat, ein Attest nachzuliefern.

Bislang hatten die Anwälte der beiden alten Männer einen Stellvertreterkrieg vor Gericht geführt. Doch heute sind erstmals beide als Zeugen vor Gericht geladen. In die Augen sehen müssen sich beide aber wohl nicht: Leo Kirchs mit Spannung erwarteter Auftritt ist erst für den Mittag angesetzt.

Der Ort für das neue Kapitel im Kirch- Breuer-Drama war eigentlich gut gewählt: Ein lichter Raum unter dem Giebel des Oberlandesgerichts in München. restaurierte Holzbalken geben dem großen Raum eine loftartige, fast schon sakrale Anmutung.

Genau das richtige Podium für einen Mann wie Rolf Breuer. Der Ex-Chef der Deutschen Bank redet gerne - und manchmal womöglich auch ein wenig zuviel. Damals jedenfalls im Jahr 2002 hatte er in einem Interview in der ihm durchaus eigenen Offenheit gesagt: "Was alles man darüber lesen und hören kann, ist ja, dass der Finanzsektor nicht bereit ist, auf unveränderter Basis weitere Fremd- oder gar Eigenmittel zur Verfügung zu stellen." Aus Sicht von Kirch läutete diese Äußerung das Ende seines Imperiums ein. "Erschossen hat mich der Rolf", sagte er später. Breuers Anwälte argumentierten dagegen, jeder habe damals gewusst, dass Kirch die Pleite drohe. "Er ist als Unternehmer gescheitert."

Bereits um kurz vor zehn Uhr kam Breuer mit einer Heerschar von Anwälten in den Gerichtssaal. Einen grauen Anzug trägt der 73-Jährige, Krawatte und ein weißes Einstecktuch. Seine Anwälte fordern erst einmal eine Einstellung. Mit vielen Kirch-Gesellschafen, die nun Schadensersatz fordern, habe es gar keine Geschäftsbeziehungen gegeben.

Für Leo Kirch ist die Woche bislang nicht gut verlaufen. Am Dienstag gab es bereits eine Verhandlung in einem anderen - eigentlich vielversprechenden - Verfahren. Im Jahr f2006 hatte der Bundesgerichtshof dem einstigen Medienmogul grundsätzlichen Anspruch auf Schadensersatz r seine Printbeteiligungs GmbH zugesprochen - Kirchs bislang größter Erfolg. Die Aussagen Breuers, urteilte der BGH, waren nicht in Ordnung.

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Breuer erklärt seine Sicht der Dinge

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