Triarc-Chef Nelson Peltz
Papa Peltz mit dem Bärenhunger

Nelson Peltz ist nicht satt zu kriegen. Der Mann aus Bedford, New York, hat sich als erfolgreicher Konsolidierer einen Namen gemacht: Heinz, Wendy’s, Cadbury: Ein US-Milliardär mischt die Nahrungsmittelbranche auf.

NEW YORK. Unter dem Dach von Nelson Peltz' börsennotierten Firmenholding Triarc befinden sich 3500 Restaurants der Marke Arby’s und weitere Fast-Food-Ketten wie Pasta Connection oder TJ Cinnamons. Der Mann aus Bedford, New York, hat sich als erfolgreicher Konsolidierer einen Namen gemacht: In den 80er-Jahren kaufte er die Verpackungsfirmen National Can und American Can, fusionierte sie und gab sie an die französische Pechiney weiter. Sein Gewinn aus dieser Transaktion: 830 Millionen Dollar. 1997 übernahm er die schwächelnde US-Getränkefirma Snapple für 300 Millionen Dollar, sanierte das Geschäft innerhalb drei Jahren und verkaufte es an Cadbury Schweppes weiter – für 1,45 Milliarden Dollar.

Jetzt taucht Peltz zum zweiten Mal bei Cadbury Schweppes auf: Die Meldung, der US-Investor habe sich mit einem Anteil von drei Prozent eingekauft, führte schnell zu Spekulationen, die Firma solle in den Süßwarenhersteller Cadbury und den Getränkespezialisten Schweppes aufgespalten werden. Denn wo Peltz aufschlägt, werden regelmäßig Milliarden bewegt – und selten bleibt dabei ein Stein auf dem anderen.

Das US-Magazin Forbes hat den 64-jährigen Mann mit schlohweißem Haar und Rundbrille längst in die Riege seiner Milliardäre aufgenommen – geschätztes Privatvermögen: 1,4 Milliarden Dollar. Er könnte sich nach einer erfolgreichen Karriere zur Ruhe setzen und an seinen neun Kindern erfreuen: etwa der Tochter Brittany Peltz zuschauen, einer professionellen Eiskunstläuferin mit Ambitionen im Filmgeschäft.

Doch Papa Peltz hat Hunger auf mehr: Aus dem Geschäftsmann von einst ist über die Jahre ein aggressiver Investor geworden, der über seinen Hedge-Fonds Trian Fund Management Kapital einsammelt und damit weitgehend der Strategie legendärer US-Aktivisten wie Kirk Kerkorian oder Carl Icahn folgt: Er kauft still und heimlich Aktien von Unternehmen auf, die aus seiner Sicht Potenzial für deutlich bessere Bewertungen haben. Hat Peltz eine signifikante Minderheitsbeteiligung zusammen, beginnt er Aufspaltungen, Kostensenkungen und andere Schmerzen einzufordern, um rasch den Unternehmenswert zu steigern.

Wer in seinen Hedge-Fonds investieren will, muss ins Risiko gehen. Laut „Wall Street Journal“ liegt die Hürde ungewöhnlich hoch: Das Mindest-Investment beträgt 25 Millionen Dollar. Mit dem Fonds-Kapital im Rücken schlägt Peltz – vorzugsweise in der Nahrungsmittelindustrie – immer wieder Alarm: Beim Ketchup-Riesen H.J. Heinz hat er für regelrechte Tumulte gesorgt. Auch die Burgerkette Wendy’s und der Restaurantbetreiber CBRL Group stehen unter strenger Beobachtung des Agitators.

Für eine Fünf-Prozent-Beteiligung an Heinz forderte er im Vorjahr fünf Board-Sitze ein, erhalten hat er zwei. „Das ist ein großer Sieg für alle Aktionäre von Heinz“, rief Peltz im Ballsaal des Hilton Pittsburgh vor mehr als 1000 Zuhörern. Gut möglich, dass er 2007 als „Robin Hood“ der Anteilseigner von Cadbury Schweppes auftritt.

Matthias Eberle
Matthias Eberle
Handelsblatt / Ressortleiter Ausland
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