TV-Branche
Zwei Schwestern auf dem Weg nach oben

Eigentlich sollten Friederike und Katharina Behrends Wirtschaftsprüferinnen werden. Stattdessen mischen die beiden den deutschen Fernsehmarkt auf – als Geschäftsführerin der WDR Media Group und der deutschen Tochter von NBC. Dabei leben die beiden TV-Chefinnen in ungleichen Welten.

MÜNCHEN. Die kleine deutsche Tochter des großen US-Fernsehkonzerns NBC Universal residiert bescheiden. In einem Schwabinger Hinterhof, unweit des repräsentativen Königsplatzes, betreibt die Tochter des Mischkonzerns General Electric ihr Fernsehgeschäft. Von einem verwinkelten Mansarden-Chefzimmer lenkt Katharina Behrends die Geschicke ihrer beiden Bezahlsender 13th Street und SciFi und verantwortet Beteiligungen an den Nischensendern History Channel und Biography Channel.

Viel zu selten kommt ihre Schwester Friederike aus Köln im funktional-nüchternen Schwabinger Loft vorbei. Dabei gibt es genug Gesprächsstoff zwischen den beiden, nicht nur familiären: Friederike Behrends ist Geschäftsführerin der WDR Media Group. Zwei Schwestern, die erfolgreich im deutschen Fernsehgeschäft sind – das ist bislang einmalig.

In der deutschen Medienbranche sind nach dem Ausstieg der Vorstände Christiane zu Salm bei Burda und Angelika Jahr bei Gruner+Jahr Frauen aus den Führungsetagen praktisch verschwunden. „Seltenheitswert“ attestiert Katharina Behrends ihrem Geschlecht bei Spitzenpositionen in den Medien.

Und eigentlich sollten auch die Behrends-Schwestern nicht in der Medienbranche sein, berichtet die promovierte Juristin Friederike, seit rund einem Jahr beim WDR verantwortlich für die Digitalisierung der Medieninhalte: „Unser Vater wollte, dass wir seine Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft in Hannover übernehmen. Doch wir hatten andere Pläne.“ Und: „Schon während des Studiums wollte ich etwas mit Medien machen.“

Nun sind sie am Ziel angekommen. „Beide sind mit einem gesunden Ehrgeiz ausgestattet. Solche Frauen brauchen wir“, sagt ein ehemaliger Vorgesetzter.

Die 42-jährige Katharina hat seit ihrem Amtsantritt viel, sehr viel zu tun. Denn die New Yorker Zentrale versah sie mit dem Auftrag, das Fernsehgeschäft im komplizierten deutschen TV-Markt neu zu ordnen. „Sie lernt sehr schnell“, sagt ein Manager, der die Juristin seit Jahren kennt.

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