„Überzeugungstäter“ Berggruen
Der Karstadtretter will die Welt verändern

Erst hat er Karstadt gerettet, nun will der deutsch-amerikanische Investor Nicolas Berggruen die Welt verändern - und zwar mit seinem Think-Tank. Das Projekt ist seine Herzensangelegenheit.
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ParisNicolas Berggruen kennen in Deutschland alle als Retter der Kaufhauskette Karstadt. Doch es ist nicht dieses Engagement, das ihn Ende vergangener Woche für drei Tage nach Paris geführt hat. Es ist der Think Tank Nicolas Berggruen Institute (NBI).

Der Deutsch-Amerikaner hat im Hotel Bristol einstige Regierungschefs wie Gerhard Schröder oder Gordon Brown versammelt, mehrere Wirtschaftsnobelpreisträger, Unternehmensführer wie Google-Chairman Eric Schmidt und Hochkaräter aus aufstrebenden Schwellenländern. Die Mitgliederliste des „21st Century Council“ des NBI liest sich wie das Who-is-who der globalen Eliten. Dass sie sozialdemokratisch geprägt ist, bezeichnet Berggruen als Zufall.

Das NBI hat er vor zwei Jahren gegründet, weil er viele politische Strukturen als veraltet und zu kurzfristig ausgerichtet erachtet. „Die westliche Welt hat ein richtiges Governance-Problem.“ Mit dem Think Tank, der auch Politikberatung macht, will er Alternativen aufzeigen die internationale Zusammenarbeit stärken und auf langfristige Veränderungen hinarbeiten. Leisten kann sich der Milliardär, den etwa die friedensstiftende Identität der EU inspiriert, das dank seiner Investmentfirma Berggruen Holdings.

In Deutschland ist er vor allem über ein Hunderte Millionen Euro schweres Immobilienengagement im Großraum Berlin aktiv. Bekannt gemacht hat ihn die Übernahme von Karstadt aus der Insolvenz heraus im Oktober 2010. Die Gläubiger hat er mit gut 60 Millionen Euro abgefunden, einem Bruchteil ihrer Forderungen, und zugesichert, 400 Millionen Euro in die Kaufhäuser zu investieren.

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„NBI ist wichtiger als das Business“

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