Unternehmensberatung
Henner Klein neuer Weltchef bei A.T.Kearney

Heinz Ludwig genannt Henner Klein, zurzeit noch Nordeuropachef von A.T. Kearney, wird von Dezember an die weltweite Unternehmensberatung führen. Ende voriger Woche wählten die rund 300 Partner den 58-jährigen Deutschen zum neuen CEO. Klein löst Dietmar Ostermann ab, der im Jahr 2000 als erster Deutscher an die Spitze einer US-Beratungsfirma gewählt wurde.

FRANKFURT. Klein – Markenzeichen Fliege – ist seit 21 Jahren für das Beratungshaus tätig und gilt als Experte für Versorgungsketten (Supply Chain) unter anderem in der Konsumgüter- und Autoindustrie. „Mein Hauptanliegen ist es, das Kompetenzprofil von A.T. Kearney als neutrales, nutzenorientiertes Beratungsunternehmen im Hinblick auf den Klienten zu schärfen“, sagte Klein dem Handelsblatt. Intern will er vor allem den Partnerschaftsgeist pflegen. Das hört sich unspektakulär an, doch hat A.T. Kearney zuletzt unter der Beziehung zum Mutterkonzern, dem Technologieriesen EDS, gelitten. Die ursprünglich als Wachstumsidee für beide Unternehmen gedachte Verknüpfung von strategischer Beratung mit IT-Implementierung und Outsourcing hat nicht den gewünschten Erfolg gebracht. A.T. Kearney hat in den vergangenen beiden Jahren mehr Umsatz verloren als andere Strategieberatungen, auch weil mancher Kunde die Verknüpfung mit EDS nicht guthieß. Nach 1,5 Mrd. $ Umsatz im Jahr 2000 erzielte das Beratungsunternehmen 2002 noch rund eine Mrd. $.

Intern sorgte die Anbindung an den Technologiekonzern ebenfalls für Unmut, weil zwei Unternehmenskulturen aufeinander prallten. Zudem zahlte A.T. Kearney wegen der Umsatzverluste zuletzt keine Boni mehr – manch ein Partner ging. Viel deutet darauf hin, dass Klein auch gewählt worden ist, weil er kein Amerikaner ist und damit nicht so „EDS-minded“. In der Stichwahl konnte sich Klein gegen Sid Abrams, dem Chef des ostamerikanischen Profit-Centers, durchsetzen. Klein wird von Kollegen als sympathisch, Menschen zugewandt und integrationsstark beschrieben.

Auch 2003 wird der Umsatzverlust von A.T. Kearney noch einmal zweistellig ausfallen, für 2004 hofft Klein aber auf ein stabiles oder leicht wachsendes Geschäft. EDS-Chef Michael Jordan trage die Entwicklung zu mehr Eigenständigkeit mit, sagte Klein. Im Klartext: A.T. Kearney soll künftig komplementärer Partner und nicht mehr verlängerter Arm von EDS sein.

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