Urteil in Frankreich
Lidl-Manager wegen Diskriminierung verurteilt

Eine Kassiererin aus der Elfenbeinküste hatte Anzeige erstattet: weil sie nicht französische Staatsbürgerin ist, bekam sie keinen festen Vertrag von Lidl. Geld- und Bewährungsstrafen für die verantwortlichen Manager.
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SenlisEin Strafgericht in Senlis bei Paris hat am Mittwoch wegen Diskriminierung zwei Mitarbeiter der deutschen Billig-Supermarktkette Lidl zu Haftstrafen auf Bewährung verurteilt. Der Regionalleiter erhielt sechs Monate auf Bewährung, der zuständige Personalchef vier Monate. Beide Verurteilten müssen außerdem 5000 beziehungsweise 3000 Euro Geldstrafe zahlen. Lidl wurde zu einer Geldstrafe von 10.000 Euro verurteilt.

Eine Kassiererin aus der afrikanischen Elfenbeinküste hatte 2010 Anzeige gegen Lidl erstattet, weil ihr Arbeitgeber ihr keinen unbefristeten Vertrag geben wollte. Lidl hatte die Weigerung damals damit begründet, dass die Frau nicht die französische Staatsangehörigkeit habe. Sowohl die Verurteilten als auch Lidl legten sofort Berufung ein. Ein Drittel der Angestellten seien Ausländer, deshalb sei der Vorwurf der Diskriminierung unbegründet, sagte Anwalt Olivier Gutkes.

Agentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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