US-Juristen
Kampfpreise vom Anwalt in der TV-Werbung

Seit 25 Jahren ist es US-Juristen erlaubt, im Fernsehen für ihre Serviceleistungen zu werben. Die Kanzleien buhlen regelrecht um ihre Klienten und bringen sie manchmal erst via Werbespot auf die Idee, andere auf Schadensersatz zu verklagen.

LOS ANGELES. Die Kamera geht in die Totale, als der Mann mit dem Helm auf dem Kopf übers Baugelände marschiert. Plötzlich, die Musik wird dramatisch laut, ein Gerüst bricht zusammen, der Mann wird unter Geröll vergraben. Schnitt. Ein gut aussehender Herr im blauen Oberhemd und roter Krawatte erscheint auf dem Bildschirm. Auf dem Schreibtisch liegen Aktenordner. Eine kostenlose Telefonnummer wird eingeblendet (1-800 Law Talk).

Der Anwalt beschreibt mit ruhiger und sonorer Stimme, wie seine Firma bei einem Arbeitsunfall helfen kann. Und im nächsten Augenblick folgt auch schon das erste Testimonial. Eine Frau bescheinigt dem Zuschauer, dass die Anwälte von Bahman/Eslmaboly „Unglaubliches leisten“. Untermauert wird dies mit eingeblendeten Vergleichen, die für Klienten erreicht wurden. 53 Millionen Dollar für die Familie eines Gießers, der an einer Vergiftung am Arbeitsplatz gestorben war, 13,5 Millionen Dollar für eine Gruppe von Klienten im ersten Vioxx-Prozess. Zehn Millionen Dollar für einen Handwerker, der zwei Finger an einer Werkbank verlor.

Amerikas Anwälte und die TV-Werbung. Seit 25 Jahren ist es US-Juristen erlaubt, im Fernsehen für ihre Serviceleistungen zu werben. Meist sind es regional und oft sehr windig anmutende Kanzleien – so genannte „Ambulance Chasers“ –, die in Lokalsendern ordentlich auf die Pauke hauen.

Da ist der Strafverteidiger, der aufgeregt vor einer Kamera mit einem Bündel 100-Dollar-Scheine herumwedelt und lauthals bekannt gibt, dass er jeden Kriminellen aus dem Gefängnis holen kann. Oder der Jurist im schlechtsitzenden Anzug, der sich auf Seniorenunfälle spezialisiert hat. Nicht zu vergessen die Sorte, die sich auf Autounfälle und dem Nachjagen von Versicherungsgeldern verlegt hat.

„TV-Werbung setzen heute viele Kollegen als Marketingwerkzeug ein“, urteilt Strafverteidiger Joe Pertel aus Santa Monica in Kalifornien. Sein Kollege Edward Bosek, dessen Kanzlei Weitz & Luxemberg in New York viel im Regionalfernsehen wirbt, ergänzt: „Der Erfolg spricht dafür. Wir haben seit dem Schalten von TV-Werbung einen Zuwachs von 140 Prozent an Fällen.“

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