USA
Kerkorian verzockt sich im Spielerparadies Las Vegas

Für Kirk Kerkorian entwickelt sich das Investment in den Kasinobetreiber MGM Mirage zum Desaster: Offenbar steht das schuldenbelastete Unternehmen vor der Aufspaltung. Der Anteil des 91-jährigen Milliardärs ist im Wert von fast 15 Milliarden Dollar auf nunmehr 500 Millionen Dollar gesunken.

DÜSSELDORF. Der größte Kasinobetreiber der Spielerstadt Las Vegas, MGM Mirage, steht offenbar vor den Aufspaltung. Das Unternehmen verhandele mit Banken und anderen Investoren über den Verkauf einiger seiner Kasinos, um seinen Schuldenberg abzutragen, berichteten mehrere US-Medien gestern unter Berufung auf mit den Vorgängen vertraute Personen. MGM Mirage teilte lediglich mit, dass die Gespräche mit den Geldgebern andauerten.

Das Kasino-Imperium wird von dem 91-jährigen Milliardär Kirk Kerkorian kontrolliert. Wie die gesamte Branche leidet das Unternehmen darunter, dass die Amerikaner angesichts der Rezession der Wirtschaft weniger Geld in den Häuser ausgeben. Zudem hielt das Management trotz der sich abzeichnenden Zurückhaltung lange an teuren Investitionsprojekten fest. Erst im Dezember stoppte der neue Konzernchef James Murren die Eröffnung eines Spielerhotels, verschob einen Teil der Bauarbeiten an dem Megaprojekt City Center und verkaufte das "Treasure Island Casino".

Die sinkenden Einnahmen bringen MGM Mirage und Konkurrenten wie Harrah?s Entertainment in eine bedrohliche Lage: Die Spielerparadiese haben in den vergangenen Jahren enorme Schulden angehäuft, die sie nun kaum noch bedienen können. Der Cash-Flow von MGM Mirage habe sich im vergangenen Jahr auf eine Mrd. Dollar halbiert, berichtete das "Wall Street Journal". Dadurch bestehe die Gefahr, dass der Konzern die Kreditvereinbarungen breche. Das Unternehmen muss 674 Mio. Dollar an Zinsen bezahlen, zudem wird im Laufe des Jahres eine Anleihe im Wert von 1,27 Mrd. Dollar fällig.

Angesichts der Finanzierungsprobleme spricht MGM Mirage mit den Gläubigerbanken darüber, mehrere Häuser als Sicherheiten für seine Kredite an die Institute zu überschreiben. Sollten die Verhandlungen scheitern, könnten die Banken die vorzeitige Rückzahlung der Verbindlichkeiten fordern und das Unternehmen dadurch in die Insolvenz treiben.

Für Kerkorian entwickelt sich das Investment in den Kasinobetreiber zunehmend zum Desaster. Im Oktober 2007 war der Anteil des Investors, der sich bereits mit seinem Einstieg beim angeschlagenen Autohersteller Ford verspekuliert hatte, noch 14,9 Mrd. Dollar wert. Heute sind es gerade mal rund 500 Mio. Dollar.

Till Hoppe
Till Hoppe
Handelsblatt / Europa - Korrespondent in Brüssel
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