Verbände
BDI und BDA rücken zusammen

Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) und die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) werden künftig von einem gemeinsamen Präsidium geführt.

dpa BERLIN. Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) und die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) werden künftig von einem gemeinsamen Präsidium geführt.

Nach jahrelangem Tauziehen rücken die beiden wichtigsten Spitzenverbände der Wirtschaft enger zusammen: Durch gemeinsames Auftreten national und auf EU-Ebene wollen sie „die Schlagkraft“ ihrer Interessenvertretung stärken. Dies gaben die Präsidenten von BDI und BDA, Jürgen Thumann und Dieter Hundt, in Berlin bekannt.

Beide Verbände bleiben wegen ihrer unterschiedlichen Aufgaben aber weiterhin unter den bekannten „Marken BDI und BDA“ erhalten, sagte Hundt. Sie wollen sich im neuen, gemeinsamen Präsidium künftig jährlich im Vorsitz abwechseln. Dieses Amt wird zunächst BDA-Chef Hundt Anfang 2007 übernehmen. Die Vereinbarung sei „der erste Schritt“ zu weitergehender Zusammenarbeit. Beide Seiten seien dabei „für jede Form einer weitergehenden Zusammenarbeit bis hin zu einer Fusion von BDI und BDA offen“, betonte Hundt.

„Unser Ziel ist es, die Schlagkraft der sozialpolitischen und industriellen Interessenvertretung der Mitglieder durch ein verstärktes Zusammenwirken zu erhöhen“, sagte Hundt. Die Kooperation sei „arbeitsteilig und komplementär“ (ergänzend) angelegt und solle „Synergien“ freisetzen.

Kosteneinsparungen seien unwahrscheinlich, betriebsbedingte Kündigen nicht geplant. Mit dem Deutschen Industrie- und Handelskammertag (Dihk) stehe man über eine engere Kooperation im Gespräch. Einem Zusammengehen mit dem Dihk stünden aber gesetzliche Hürden im Wege.

Thumann kündigte eine gemeinsame Geschäftsordnung für den Dachverband an, der für eine einheitliches Auftreten sorgen soll. Bedenken aus den BDI-Reihen gegen ein Zusammenrücken mit dem BDA - etwa von Seiten des Elektroindustrieverbandes Zvei, des Maschinenbauverbandes Vdma oder des IT-Branchenverbandes Bitkom - seien mit der nun getroffenen Vereinbarung Rechnung getragen worden, sagte Thumann.

Beide Verbände wollen auch eine gemeinsame Repräsentanz in Brüssel einrichten - nach den Worten von Hundt „als Mittelpunkt der deutschen Verbände in Brüssel“. Die Zusammenarbeit zwischen BDI und BDA nannte er „seit geraumer Zeit besonders eng und gut. Dieses war in der Tat nicht immer so.“ Beide Spitzenverbände hätten unterschiedliche Strukturen und Aufgaben. „Diese Unterschiede bleiben bestehen.“

Über eine intensivere Zusammenarbeit oder eine Fusion der beiden Wirtschafts-Spitzenverbände war zuletzt immer heftiger spekuliert worden. Sie haben ihren gemeinsamen Sitz - zusammen mit dem Deutschen Industrie- und Handelskammertag - Tür an Tür im Berliner „Haus der deutschen Wirtschaft“.

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