Verdacht auf Untreue zum Nachteil des Unternehmens
Daimler feuert verdächtige Manager

Der Autokonzern Daimler-Chrysler hat in der Betrugsaffäre bei der Vertriebsorganisation erste einschneidende personelle Konsequenzen gezogen.

HB/hz FRANKFURT/M. Der Hersteller kündigte jetzt zwei Mitarbeiter fristlos, die wegen des Verdachts auf Unregelmäßigkeiten bereits suspendiert waren. Nach Informationen aus Unternehmenskreisen mussten Jürgen Fahr, in der Geschäftsführung bisher für den Vertrieb von Mercedes-Personenwagen verantwortlich, und Walter Missing, Leiter der Mercedes-Niederlassung Hamburg, ihren Schreibtisch räumen. Der Betrugsverdacht hat sich damit offenbar erhärtet. Beide Manager waren Ende Februar zunächst vorläufig von ihren Posten entbunden worden. Im Dezember vergangenen Jahres hatte sich Daimler bereits vom Deutschland-Vertriebschef Eckhard Panka getrennt.

Die Staatsanwaltschaft Stuttgart hatte Ende vergangener Woche bestätigt, dass sie gegen mehrere Mitarbeiter der Daimler-Chrysler-Vertriebsorganisation wegen Untreue zum Nachteil des Unternehmens ermittle. Die Behörde nannte zwar weder Namen noch die konkreten Vorgänge. Fahr und Missing standen jedoch in engem Kontakt zu Panka, gegen den die Staatsanwaltschaft ebenfalls ermittelt. Er soll einen Mitarbeiter des Unternehmens für Bauarbeiten an einem Privathaus auf Mallorca eingesetzt haben. Der Konzern-Revision waren die zahlreichen Flüge aufgefallen. Panka zahlte den entstandenen Schaden von 20 000 Euro zwar zurück, schied aber trotzdem im Alter von 60 Jahren überraschend aus dem Unternehmen.

Die Ermittler verdächtigen noch weitere Vertriebs-Mitarbeiter der Untreue zu Lasten des Unternehmens. Es werde gegen mehr als drei Verdächtige ermittelt, bestätigte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft dem Handelsblatt.

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