Verfahren gegen Sal. Oppenheim
Middelhoff droht die nächste Pleite

Ex-Arcandor-Chef Thomas Middelhoff verlangt im Schadensersatzprozess gegen das Bankhaus Sal. Oppenheim eine Millionensumme. Doch nach Ansicht des Landgerichts Köln hat seine Zivilklage wenig Aussicht auf Erfolg.
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DüsseldorfDem in Untersuchungshaft sitzenden ehemaligen Spitzenmanager Thomas Middelhoff droht ein erneuter Rückschlag vor Gericht. In einer mündlichen Anhörung zu einer millionenschweren Zivilklage Middelhoffs gegen das Bankhaus Sal. Oppenheim sagte der Vorsitzende Richter Stefan Singbartl am Dienstag im Landgericht Köln, er sehe „nach derzeitigem Stand recht ungünstige Aussichten für die Klage“. Das Gericht habe „an manchen Stellen Probleme mit der Substanz des klägerischen Vortrags“.

Middelhoff hatte dem Gericht zufolge in acht Oppenheim-Esch-Fonds investiert und sieht sich nun als falsch beraten an. Das Gericht gehe aber etwa davon aus, dass sich Middelhoff darüber im Klaren gewesen sei, dass er die Immobilien-Beteiligungen nicht wie Aktien einfach täglich verkaufen konnte, sagte der Richter: „Das Wissen ist ein anderes als bei einem Normalanleger.“ Es sei auch davon auszugehen, dass Middelhoff sich mit seiner Frau ausgetauscht habe, die ebenfalls gegen das Bankhaus geklagt hatte.

Middelhoff dringe auf die Auszahlung von Festgeldern und die Rückzahlung von Zins- und Tilgungsraten auf Kredite, hatte ein Gerichtssprecher gesagt. Es gehe um Forderungen in einem Volumen von insgesamt rund 100 Millionen Euro. Das Bankhaus hatte mit Widerklagen geantwortet.

Der 61-jährige Middelhoff sitzt nach einer Verurteilung wegen Untreue und Steuerhinterziehung durch das Landgericht Essen seit Freitag in Untersuchungshaft. Middelhoffs Anwalt Winfried Holtermüller wollte sich in Köln nicht zu der Frage äußern, ob es mit Blick auf Versuche, den Haftbefehl gegen seinen Mandaten aufzuheben, neue Entwicklungen gebe.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Das mit dem Pfau haben auch Andere erkannt. Das Hähnchen war es ,daß Hähnchen hat seine Schuldigkeit getan.

  • Der Pfau wird nicht mehr lange unter uns weilen.

  • Sich per Initiator und meist zugleich zentraler Vollmachtnehmer als Mitbauherr auf die Mitgliedschaft in einer Bauherrengemeinschaft einzulassen, ist wahrlich nicht ungefährlich.

    Unzuträglichkeiten untereinander lassen sich meist durch die Macht des zentralen Vollmachtnehmers regeln.

    Gerät man jedoch mit ebenjenem aneinander - der i.d.R zugleich Verkäufer und Betreuer ist, dann wird es haarig.

    Das muß nun auch Middelhoff erfahren, der offenbar unterließ, rechtzeitig alle Vollmachten an den zentralen Vollmachtnehmer zu widerrufen und zwar vor allem und auch gegenüber den Beteiligten Banken, Beratern und Anwälten.

    Unteläßt man dies, handelt der Gegner wie er will, blockiert, transferiert und bevollmächtigt fröhlich weiter und so fort. Vor allem bedient er sich weiterhin am fremden Konto bei Banken etc.

    Alles nicht neu - und vor allem im Bauherrenmodell für manchen täglich Brot.

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