Vertrag bis 2011 verlängert
Mehdorn bleibt Chef der Bahn

Nach Angaben aus dem Umfeld des Aufsichtsrats der Deutschen Bahn bleibt Konzernchef Hartmut Mehdorn noch für Jahre im Amt. Damit kann der 64-jährige Maschinenbauingenieur auch die geplante Privatisierung der Bahn an der Spitze mit gestalten.

HB BERLIN. Das Gremium habe den Kontrakt um drei Jahre verlängert, so dass dieser nun im Mai 2011 auslaufe, sagten mit dem Beschluss Vertrauten am Mittwoch in Berlin. Mehdorn steht seit Dezember 1999 an der Spitze des bundeseigenen Konzerns. Er kann den von ihm angestrebten Börsengang nun weiter selbst vorantreiben. Der Bundestag hatte im November grundsätzlich beschlossen, dass das letzte große Staatsunternehmen in Deutschland bis 2009 teilprivatisiert werden soll. Um das dafür erforderliche Gesetz gibt es aber weiter Streit.

Der Aufsichtsrat wollte am Mittwoch ferner den Kauf von drei Logistikunternehmen im Wert von über 700 Mill. Euro billigen. Die britische Güterbahn EWS wird für rund 460 Mill. Euro gekauft, 51 Prozent am spanischen Logistiker Transfesa für 130 Mill. Euro und das spanische Unternehmen Spaintir für knapp 150 Mill. Euro.

Der Bahn seinen Stempel aufgedrückt

In mehr als sieben Jahren an der Konzernspitze hat Hartmut Mehdorn die einstige Behörde auch mit milliardenschweren Zukäufen auf einen ehrgeizigen neuen Kurs gebracht: Aus dem nur national tätigen Eisenbahnanbieter ist ein weltweit agierender Transporteur geworden, der auch in der Luft, zur See und auf der Straße Fracht befördert.

Auf den Schleudersitz bei Europas größtem Verkehrskonzern wurde der heute 64-Jährige Ende 1999 vom damaligen Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) geholt. Sein Auftrag: Die Sanierung bis zum Erreichen der Börsenreife. Auf die Bilanz verweist der frühere Flugzeugbau-Manager inzwischen gern. Für 2006 standen 1,7 Mrd. Euro Gewinn in den Büchern. Auf der politischen Bühne eckte Mehdorn indes immer wieder an und sah sich Rücktrittsforderungen ausgesetzt. Besonders brenzlig wurde es im Herbst 2004, als Pläne für einen Börsengang noch 2006 von Bund und Aufsichtsrat abrupt gestoppt wurden - im November beschloss der Bundestag dann aber eine Teilprivatisierung bis 2009.

Der Berliner Fabrikantensohn und Vater dreier erwachsener Kinder ist ein eher hemdsärmeliger Managertyp. Auch gibt sich der studierte Maschinenbauingenieur, der mit einer Französin verheiratet ist, ungern geschlagen. So nahm er 1995 seinen Hut, als er nicht den Chefposten beim Luft- und Raumfahrtkonzern Deutsche Aerospace bekam, und wechselte an die Spitze der Heidelberger Druckmaschinen. Dass es ihm nun beim Börsengang der Bahn um persönliche Meriten gehe, sei Unsinn, sagt er selbst: „Ich pfeife auf ein Denkmal. Und wenn es darum ginge, hätte ich es schon.“

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