Vier Fragen an: Richard Schoenstein
„Weitere Gauner werden hochgehen“

In einer Finanzkrise finden Schneeballsysteme ihr natürliches Ende. Richard Schoenstein, Anwalt der New Yorker Kanzlei Pryor Cashman, spricht im Handelsblatt-Interview über den Betrugsfall Madoff und die Chancen der Opfer, ihr Vermögen zurückzubekommen.

Handelsblatt: Erst wird der Betrugsfall Madoff aufgedeckt, dann Stanford – nimmt das denn kein Ende?

Richard Schoenstein: Wahrscheinlich werden weitere Gaunereien ans Licht kommen. In einer Finanzkrise, wenn die Leute knapp bei Kasse sind, finden Schneeballsysteme ihr natürliches Ende. Sie funktionieren nur, wenn immer neues Geld hereinkommt.

Werden die Opfer ihr Vermögen zurückbekommen?

Auch wenn der Nachweis des Betrugs vielleicht einfach ist, kann sich die Suche nach den Millionen und Milliarden äußerst aufwendig gestalten. Geschickte Juristen werden sich daher auf Schadenersatzforderungen gegen Beteiligte konzentrieren, bei denen eher etwas zu holen ist.

Wer könnte das sein?

Nehmen Sie den Betrug bei MCI Worldcom: Das Unternehmen war pleite, aber die Investoren verklag-ten die Wirtschaftsprüfer, die Mit-glieder des Verwaltungsrats und die Hausbanken. Am Ende summierten sich die Entschädigungen auf rund sechs Milliarden Dollar.

Könnten die Opfer die Börsenaufsicht SEC verklagen, die bei der Prüfung geschlampt hat?

Eine interessante Frage. Mir ist kein Fall bekannt, in dem das versucht worden wäre. Die Erfolgschancen sind wohl ziemlich gering.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%