Virtuelle Meetings
Videokonferenzen setzen sich durch

In der Krise sparen Firmen an Reisekosten. Unter dem Druck steigender Ausgaben nutzen sie die Alternative und stellen ihr Meetings auf Videokonferenzen um. Das funktioniert inzwischen sehr gut - und könnte für die Fluggesellschaften zu einem ernsthaften Problem werden.

MÜNCHEN/DÜSSELDORF. Leere Airports und spärlich besetzte Flugzeuge: In der Wirtschaftskrise sparen viele Firmen zuerst an den Dienstreisen. Um den Kontakt zu Kunden und Kollegen nicht abreißen zu lassen, setzen Unternehmen jetzt immer öfter auf Videokonferenzen. "Sowohl teurere Lösungen mit eigenem Raum als auch günstige Angebote werden verstärkt genutzt", sagt Jan Stenger von der Unternehmensberatung A.T. Kearney.

Videokonferenzen gibt es zwar schon seit Jahren. Doch in jüngster Zeit hat die Technik einen enormen Sprung gemacht. Deshalb tun sich Firmen in dieser Rezession leichter damit, auf Reisen zu verzichten. Einer der Technologieführer auf diesem Gebiet ist der amerikanische Netzwerkausrüster Cisco. Sein "Telepresence" genanntes System gilt unter Experten als der Rolls Royce der Videokonferenzen. Die Qualität ist bestechend: "Das ist ein riesiger Sprung nach vorne. Sie haben den Eindruck, als ob sie am gleichen Tisch sitzen", sagt Walter Grüner, IT-Chef von Süd-Chemie aus München.

Der Nachteil: Firmen müssen einen sechsstelligen Betrag investieren, um die dazu nötigen Besprechungsräume einzurichten. "Das System ist noch zu teuer", klagt denn auch Manager Grüner. Doch Cisco verspricht, dass Telepresence schon bald sehr viel günstiger wird. "Videokonferenzen werden zu einer weit verbreiteten Anwendung werden", hofft Padmasree Warrior, Technikvorstand des US-Konzerns. Die Managerin geht davon aus, dass das System auch für Schulen, Universitäten und Krankenhäuser interessant ist. So können Lehrer etwa über große Distanzen unterrichten und Ärzte sind in der Lage, aus der Ferne zu operieren. Teilnehmer von Telepresence-Sitzungen zeigen sich regelmäßig beeindruckt von der Übertragungsqualität von Bild und Ton.

Diese Entwicklung macht Flughäfen zu schaffen. "Wir gehen von einer starken Abschwungphase bis Mitte des Jahres aus", sagte jüngst Michael Kerkloh, Chef des Münchener Flughafens. Viele Firmen würden ihre Kommunikation auf Videokonferenzen umstellen, um die Reisekosten zu drücken. Die Beratungsfirma Accenture etwa hat mit Telepresence-Systemen nach eigenen Angaben in acht Monaten 5,8 Mio. Euro an Ausgaben für Reisen gespart.

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