Vivendi
Der stille Spieler

Jean-Bernard Lévy führt den Mischkonzern Vivendi ohne öffentliches Getöse an die Weltspitze. Sein neuester Coup: Vivendi Games und Activision fusionieren zum international größten Anbieter von Videospielen.

PARIS. Man erscheint in Jeans und offenem Hemd, hat die neuesten Blackberry- und Smartphone-Modelle stets zur Hand, man duzt sich und redet Klartext. Höflichkeitsfloskeln und Phrasendrescherei sind verpönt im Club Electronic Business Group (EGB 500), wo sich die französischen Internet-Unternehmer treffen. Wenn doch mal ein Vortragsredner in substanzloses Geschwätz abdriftet, dann ertönt der „Antibullshit-Gong“ und stoppt den Redefluss.

Dem Präsidenten des Clubs kann das nicht passieren. Jean-Bernard Lévy, hauptberuflich Vorstandschef des Mischkonzerns Vivendi, ist bekannt dafür, dass er sich knapp und präzise ausdrückt. „Er denkt, was er sagt, und er sagt, was er denkt“, bescheinigt ihm Gérard Longuet, Frankreichs Ex-Industrieminister.

Was der Vivendi-Chef am Wochenende zu sagen hatte, wirbelte die IT-Branche kräftig durcheinander. Völlig überraschend für alle Beobachter kündigte Lévy an, er werde den US-Spielehersteller Activision übernehmen. Das US-Unternehmen wächst mit Vivendi Games zum international größten Anbieter von Videospielen mit einem Wert 18,9 Milliarden Dollar zusammen. „Spiderman“, „Guitar Hero“ und „World of Warcraft“, die derzeit weltweit erfolgreichsten Videospiele, werden künftig unter einem Dach produziert.

Den Coup hat Lévy von langer Hand vorbereitet. „Wir wollen schon lange Weltmarktführer bei Videospielen werden und haben in Activision unseren idealen Partner entdeckt“, sagte Lévy, der nach eigenen Angaben schon seit Januar mit den Amerikanern verhandelt.

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