Vorwurf der Kursmanipulation und Betrug
Verlagserbe Falk bleibt in U-Haft

Weil die Fluchtgefahr weiter besteht, bleibt der wegen Kursbetrugs angeklagte Hamburger Verlagserbe Alexander Falk vorerst in Untersuchungshaft.

HB HAMBURG. Das Landgericht Hamburg erweiterte nach Angaben der Gerichtspressestelle vom Mittwoch den Haftbefehl gegen Falk und wies gleichzeitig dessen Antrag auf Beendigung der Untersuchungshaft wegen fortbestehender Fluchtgefahr zurück. Falk sei der Kursmanipulation in zwei Fällen, des Betruges in einem besonders schweren Fall in Tateinheit mit Beihilfe zur unrichtigen Darstellung der Verhältnisse einer Kapitalgesellschaft sowie der Steuerhinterziehung in vier Fällen dringend verdächtig, hieß es.

Bei einer Verurteilung habe der Angeschuldigte eine erhebliche Freiheitsstrafe zu erwarten, teilte die Gerichtspressestelle weiter mit. Insofern sei die Fortdauer der nunmehr seit über 14 Monaten währenden Untersuchungshaft weiterhin verhältnismäßig.

Falk und sieben weiteren Beschuldigten werden Kursbetrug und gewerbsmäßiger Betrug im Zusammenhang mit der von ihm gegründeten Internet-Firma Ision Internet vorgeworfen. Falk soll den Umsatz des Unternehmens künstlich um 75 Prozent aufgebläht und während des Booms am Neuen Markt den Aktienkurs damit in die Höhe getrieben haben. Ision war im Jahr 2001 für 812 Millionen Euro an die britische Energis plc verkauft worden. Mit dem Weiterverkauf an Easynet war das Ision-Kerngeschäft ein Jahr später nur knapp der Insolvenz entgangen. Das Verfahren gegen Falk soll im Herbst beginnen.

Falk hatte den Stadt-Karten-Verlag seiner Familie 1999 an Bertelsmann verkauft und war mit dem Geld ins Internet-Geschäft eingestiegen.

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