Wechsel Ende September 2006
Für Sparkassen ist Haasis der ideale Hoppenstedt-Nachfolger

Die Sparkassen schicken den baden-württembergischen Verbandspräsident Heinrich Haasis als einzigen Kandidaten für die Nachfolge von Dietrich Hoppenstedt an der Spitze des Bundesverbands ins Rennen.

HB FRANKFURT. Zwar steht ein Votum der ebenfalls beteiligten Landesbanken noch aus, die Wahl des 60-Jährigen an die Spitze des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands (DSGV) wird damit jedoch immer wahrscheinlicher. Haasis teile am Montag in Stuttgart mit, er werde sich der Wahl stellen und habe die Präsidenten der anderen Verbände bereits hierüber informiert. Ein DSGV-Sprecher ergänzte, diese hätten einstimmig und ohne Enthaltung für den bisherigen Ersten Vizepräsidenten votiert: „Es gibt keine anderen Kandidaten.“ Die Landesbanken planten für Mitte Oktober ein turnusmäßiges Treffen, bei dem auch über die Nachfolge Hoppenstedts diskutiert werden dürfte.

„Ich habe mir die Entscheidung nicht leicht gemacht“, erklärte Haasis. „Der Finanzplatz Deutschland braucht starke Sparkassen, sie sind unabdingbar als tragende Elemente des deutschen Bankensystems.“ Dies sei seine feste Überzeugung, hierfür wolle er sich als künftiger Präsident des DSGV einsetzen.

Sollte Haasis' Kandidatur von Erfolg gekrönt sein, dürfte er sich immer lauter werdenden Forderungen nach einer Öffnung der Sparkassen für private Investoren gegenüber sehen. Bislang konnte der DSGV alle Privatisierungsversuche abwenden. Doch bis spätestens 2008 steht die Bankgesellschaft Berlin, die die Sparkassen der Landeshauptstadt umfasst, zum Verkauf. Dann könnten öffentlich-rechtliche Institute erstmals von Großbanken - auch aus dem Ausland - übernommen werden.

Haasis nannte in der Mitteilung den 30. September 2006 als Ende der Amtszeit Hoppenstedts. Erst kürzlich hatte es aber einen Zeitungsbericht gegeben, Hoppenstedt wolle vorzeitig seinen Posten räumen. „Er hat einen Vertrag bis zum 30. September 2006“, wiederholte der Sprecher des DSGV. „Es gibt keinen Plan, daran etwas zu ändern.“

Der Baden-Württemberger Haasis wurde bereits vor 14 Jahren Präsident des Württembergischen Sparkassen- und Giroverbands (WSGV), den er 2001 mit dem badischen Verband fusionierte. Auch gilt Haasis als treibende Kraft hinter dem Zusammenschluss der Sparkassen-Versicherungen in Baden-Württemberg und Hessen, der Landesbausparkassen in Baden und Württemberg sowie der Übernahme der Landesbank Rheinland-Pfalz (LRP) durch die Landesbank Baden- Württemberg (LBBW), deren Verwaltungsrat er vorsitzt. Von 1981 bis 1991 war Heinrich Haasis Landrat des ländlichen Zollernalbkreises in Balingen zwischen Stuttgart und Bodensee.

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