Weltspitze
Die Rollen eines internationalen Managers

Handelsblatt.com bietet Ihnen mit der neuen Serie "Weltspitze - wie Deutsche international Erfolg haben" praktische Hilfe: Jeden Montag präsentiert der Personalberater und Buchautor Sergey Frank eine Kolumne zu dem Thema, wie sich Unternehmer am besten im Ausland verhalten sollten. Seine Ratschläge reichen von wertvollen Knigge-Tipps bis hin zu juristischen Fallstricken.

Die kulturellen Differenzen sind sprichwörtlich ein Fass ohne Boden. Ein einfaches Beispiel veranschaulicht die Dimensionen des Phänomens: Die Europäische Union umfasst in ihrer Fläche weit unter 5% der gesamten Erdoberfläche (Land). Selbst innerhalb dieses winzigen Stücks Erde werden viele vermeidbare Fehler begangen, die auf kulturellen Missverständnissen beruhen. Leider finden viele Geschäfte in einem wenig kosmopolitischen Umfeld statt. So mancher Manager wird in hochspezialisierten Berufsfeldern nach fachlichen Qualifikationen ausgewählt. Sie üben ihren Beruf mit viel Fachwissen, aber geringem kulturellem Hintergrundwissen aus, was die Ursache für viele Probleme ist.

Erliegen Sie nicht dem Fehler zu glauben, mit Englisch käme man überall weiter! Natürlich ist Englisch die einzig wirklich globale Sprache. In der Realität prallen jedoch häufig gegensätzliche Mentalitäten aufeinander. Es wird zwar auf Englisch kommuniziert, aber man spricht letztlich nicht die gleiche Sprache. Für einen Einsatz im Ausland kann das Beherrschen der Landessprache gar nicht hoch genug eingeschätzt werden. Bruchstückhafte Kenntnisse der Sprache reichen vielleicht aus, um z. B. die Atmosphäre zu verbessern. Man sollte sich aber nichts vormachen: Es sind die kleinen Nuancen in der Kommunikation, die den Erfolg bzw. Misserfolg einer internationalen Aufgabe ausmachen.

Beim Business im internationalen Kontext benötigen Sie Fingerspitzengefühl. Da Menschen grundsätzlich egozentriert orientiert sind und ihre kognitiven Fähigkeiten nicht ausreichen, um die Welt als Ganzes zu erfassen, stehen sie immer unter dem Einfluss der eigenen Paradigmen . Setzen Sie nichts als selbstverständlich voraus, indem Sie ihr eigenes (kulturell geprägtes) Verständnis der Situation auf die anderen Gesprächsteilnehmer übertragen. Ein wichtiger Schritt hier liegt darin, sich von seinen eigenen Paradigmen zu lösen und zu versuchen, die Situation unabhängig von der eigenen Wahrnehmung und Wertung oder sogar aus der Sicht der anderen Seite zu sehen. Was sind eigentlich die Ursachen kultureller Unterschiede? Verschiedene Gesellschaften entwickeln auf Grund ihrer Vergangenheit eigene Kulturen.

Diese werden z. B. bedingt durch Weltanschauungen, Wertvorstellungen, Rollen- und Verhaltenserwartungen, die technische Ausstattung und die existierenden Institutionen, welche wiederum die zukünftige Entwicklung der Kultur beeinflussen. Als verschiedene Kulturen noch getrennt voneinander lebten, erfolgte ihre Entwicklung unabhängig voneinander. Häufig hat zum Beispiel die herrschende Religion einen sehr nachhaltigen Einfluss auf die Kultur . Durch die wachsende Weltbevölkerung und technischen Fortschritt wie die Möglichkeit, weite Reisen zu unternehmen, vermischen sich die Kulturen jedoch seit vielen Jahrhunderten. Diese Vermischung führt jedoch nicht zu einer kulturellen Konvergenz: Das Kennen fremder Kulturen ersetzt nicht den eigenen kulturellen Hintergrund, sondern ergänzt ihn.

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