Wettbewerb
Bernhard Heitzer neuer Präsident des Bundeskartellamtes

Bernhard Heitzer ist neuer Präsident des Bundeskartellamtes. Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU) begrüßte den 58-jährigen in Bonn in einer Feierstunde und verabschiedete zugleich den bisherigen Kartellamtschef Ulf Böge (65).

dpa BONN. Bernhard Heitzer ist neuer Präsident des Bundeskartellamtes. Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU) begrüßte den 58-jährigen in Bonn in einer Feierstunde und verabschiedete zugleich den bisherigen Kartellamtschef Ulf Böge (65).

Bei Heitzer wisse er das Amt in guten Händen, sagte Glos. Böge dankte er für einen „mutigen Kampf für die deutschen Verbraucherinteressen“. Unter seiner Leitung habe das Bundeskartellamt zahlreiche Kartelle aufgedeckt und mit hohen Bußgeldern belegt. Böge sei ein Hüter des Wettbewerbes gewesen und habe allen Versuchen widerstanden, sich auf eine Seite ziehen zu lassen.

„Wer Sie kennt, der schätzt Sie für Ihre Offenheit, Ihr unbürokratisches Wesen und Ihre Kommunikationsfähigkeit“, begrüßte Glos den neuen Chef der obersten Wettbewerbsbehörde. Heitzer war zuletzt Präsident des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle. Wie sein Vorgänger Böge kommt der studierte Diplom-Volkswirt aus dem Bundeswirtschaftsministerium. Er war persönlicher Referent des damaligen Bundeswirtschaftsministers Martin Bangemann (FDP) und später Referent von Staatssekretär Otto Schlecht. Heitzer blickt zudem zurück auf eine langjährige Tätigkeit in der Grundsatz-, Energie- und Industrieabteilung des Ministeriums. Heitzer ist verheiratet und Vater zweier Töchter.

Der parteilose Böge schied nach sieben Jahren planmäßig aus dem Amt und geht in den Ruhestand. Er hat sich durch entschlossenes und hartnäckiges Agieren einen Namen gemacht und Respekt verschafft. Deutschlands oberster Wettbewerbshüter scheute den harten Konflikt mit Unternehmen sowie gerichtliche Auseinandersetzungen nicht und rieb sich auch mit der Politik. Vor allem im Kampf um mehr Wettbewerb und niedrigere Preise bei Strom und Gas profilierte er sich - auch als Verbraucheranwalt.

Böge wies Energieriesen wie RWE und Eon oder auch das Duale System (Gelber Sack) und die staatlichen Lottogesellschaften mit ihrem Wettmonopol in die Schranken, da er den Wettbewerb bedroht sah. Er stoppte den Vormarsch des US-Medienkonzerns Liberty Media ins deutsche Kabelfernsehen und eine Monopolisierung im Breitband-Kabelnetz. Unter seiner Regie warf das Kartellamt mit dem Veto zu einer Reihe geplanter Fusionen auch zugleich milliardenschwere Geschäftspläne über den Haufen - wie bei der untersagten Übernahme des TV-Konzerns Prosiebensat.1 durch den Medienkonzern Axel Springer.

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