Wettbewerbsbeschränkende Absprachen
Kartellamt ermittelt bei TV-Sendern

Das Bundeskartellamt hat die Werbezeitenverkäufer der großen Fernsehkonzerne ProSiebenSat.1und RTL im Verdacht, kleine Sender aus dem Markt gedrängt zu haben.

Büros der beiden Vermarkter IP (RTL) und SevenOne Media (ProSieben) in Köln und München seien deshalb durchsucht worden, sagte eine Sprecherin des Kartellamts am Dienstag in Bonn. Den Unternehmen drohen empfindliche Geldbußen, wenn sich der Verdacht der Wettbewerbshüter bestätigen sollte. SevenOne teilte mit, der Razzia habe der Verdacht auf Missbrauch einer marktbeherrschenden Stellung sowie auf wettbewerbsbeschränkende Absprachen zu Grunde gelegen.

ProSieben gehe aber davon aus, dass sich SevenOne nicht kartellrechtswidrig verhalten habe. Eine Sprecherin sagte, bei den Untersuchungen seien auch Unterlagen mitgenommen worden. Die Kartellwächter müssen diese nun auswerten. Auch IP bestätigte Durchsuchungen in der Firmenzentrale in Köln, wollte sich aber inhaltlich nicht dazu äußern.

Die Sprecherin des Kartellamts sagte, die Wettbewerbshüter gingen dem Verdacht nach, dass kleinere Sender durch Rabatte für die großen TV-Ketten aus dem Markt gedrängt werden sollten. Im Visier haben die Wettbewerbshüter so genannte "Share Deals": Dabei räumen die Werbezeitvermarkter Mediaagenturen hohe Rabatte ein, wenn diese einen hohen Anteil der Werbezeiten an die beiden großen Sender geben. Dem Kartellamt lägen "Hinweise" über entsprechende Geschäfte vor. Kleinere Sender hätten dann kaum Chancen, an Werbung zu kommen. "Damit könnte der Marktzugang erschwert werden", betonte die Sprecherin. reuters

www.bundeskartellamt.de

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