Wirtgen
Die Asphaltbrüder

Kaltfräsen, Asphaltfertiger, Teerwalzen: Wirtgen-Maschinen bauen und erneuern immer mehr Straßen rund um den Globus. Seit zehn Jahren führen die Brüder Jürgen und Stefan Wirtgen das Familienunternehmen gemeinsam. Rheinische Unternehmertugenden ebneten den Weg zum Erfolg.

MÜNCHEN. Sie lachen spontan, herzlich und gleichzeitig. Das Lachen ist die Antwort auf einfache Fragen: Wie hoch sind denn Gewinn und Weltmarktanteil des Unternehmens? Doch dann werden die rheinischen Frohnaturen Jürgen und Stefan Wirtgen wieder ganz ernst und sagen: „Deutlich über 50 Prozent.“

Kaltfräsen, Asphaltfertiger, Teerwalzen: Wirtgens Maschinen bauen und erneuern Straßen in über 100 Ländern der Erde. „Straßenbau brummt auf allen Weltmärkten“, sagen die Wirtgen-Brüder. Und die Entwicklung macht ihnen richtig Spaß: 1,04 Milliarden Euro Umsatz machte die Wirtgen-Gruppe 2006. „In diesem Jahr werden es wohl 20 Prozent mehr sein“, prophezeit Jürgen auf der Baumaschinenmesse Bauma in München. „Es gibt eigentlich kein Jahr, in dem wir nicht zweistellig gewachsen sind“, ergänzt Stefan, der Jüngere.

Das gilt nicht erst seit dem Schicksalsjahr 1997, als der Vater und Firmengründer, Reinhard Wirtgen, bei einem Autounfall tödlich verunglückt. Über Nacht müssen die beiden Brüder das Familienunternehmen in Windhagen bei Bonn übernehmen. Jürgen ist damals Anfang 30, Stefan Mitte 20. Doch ihre Jugend sollte sie vor der großen Aufgabe nicht abschrecken: Das haben sie vom Vater gelernt.

Vater Reinhard gründet 1961 mit gerade 18 Jahren einen kleinen Betrieb für Baumaterialien. Um die Schuttabfälle verwerten zu können, konstruiert er einen Betonzertrümmerer. Es folgen mobile Fräsmaschinen für den Straßenbau. Mitte der siebziger Jahre sind schon über 100 Maschinen europaweit im Einsatz. Wirtgen steigt aus dem Baugeschäft aus und konzentriert sich auf den Maschinenbau. Der deutsche Markt wird zu klein, Wirtgen gründet weltweit Niederlassungen. Ein Jahr vor seinem Unfall wagt er den großen Schritt: Er kauft Vögele und wird die Nummer eins bei mobilen Asphaltmaschinen. Für die fugenlose Integration müssen dann Jürgen und Stefan sorgen.

Rheinische Unternehmertugenden ebnen den Weg. „Wir sind Optimisten, gerade wenn es kritisch wird“, sagen die Brüder. Diese Einstellung fällt auf. „Von solchen Unternehmertypen brauchen wir mehr“, heißt es im Maschinenbauverband.

Die Wirtgens haben sich Europa nach Ländern und die Welt nach Kontinenten aufgeteilt. Wichtige Entscheidungen werden ohnehin gemeinsam getroffen. Mutter Gisela hat als Gesellschafterin ein Wort mitzureden. Akquiriert wird in Deutschland: 1999 kauft Wirtgen den Walzenhersteller Hamm, 2006 den schwäbischen Spezialisten für Gesteinsbrechmaschinen, Kleemann.

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